Eishockey
Sichtlich bedient

Das war nicht der Ausklang, den diese Mannschaft nach einer tollen Saison verdient hat. Diese Befindlichkeit schwebte über der vierten und letzten Partie der Play-off-Serie zwischen dem ESV Kaufbeuren und dem ERC Schwenningen. «Wir wollten uns mit Anstand aus der Affäre ziehen und von unseren Fans verabschieden», sagte Kapitän Christof Aßner nach der 2:4-Niederlage, die gleichbedeutend mit dem Ausscheiden der Joker im Viertelfinale der zweiten Eishockey-Bundesliga war. An einen Sieg oder sogar an eine Wende in der Serie hatten selbst Optimisten nach den beiden herben Pleiten zuvor nicht mehr geglaubt. So gelang zumindest ein einigermaßen versöhnlicher Saisonabschluss.

Trotz der brutalen sportlichen Realität - der ESVK ging gegen die Wild Wings mit 5:21 Toren in 240 Minuten Eishockey sang- und klanglos unter - feierten die rot-gelben Fans nach dem letzten Vorhang ihre Lieblinge. Die schlichen jedoch sichtlich bedient und mit hängenden Köpfen schnell in die Kabine. «Wir sind stolz auf unsere Hauptrunde, aber die Play-offs waren sehr enttäuschend. Man darf aber nicht vergessen, dass wir gegen eine Topmannschaft ausgeschieden sind», so Aßner.

Einzig Stürmer Mike Wehrstedt stand zu dem Zeitpunkt noch auf dem Eis und ließ sich feiern.

Der nach einer schweren Gehirnerschütterung immer noch gesundheitlich angeschlagene Kanadier, der sich die vergangenen zwei Monate das Geschehen von der Tribüne aus ansehen musste, drehte zu Fuß eine kleine Runde und bedankte sich damit bei den Fans für die Unterstützung und die Genesungswünsche. Noch steht in den Sternen, ob und wann Wehrstedt wieder Eishockey spielen kann.

Kammerer grenzenlos glücklich

Derweil fasste Gästetrainer Axel Kammerer die Serie in der Pressekonferenz so zusammen: «Wir waren insgesamt einfach bereiter.» Gerade Kammerer, der frühere ESVK-Angreifer, dürfte grenzenlos glücklich über das Joker-Tief in den Play-offs sein.

Immerhin bauten die Kaufbeurer einen schwer angeknockten Topfavoriten auf, statteten die Wild Wings wieder mit Selbstvertrauen auf und sicherten so Kammerers Job. Die Unterschiede in der Serie waren eklatant. «Wenn Du in Überzahl keine Tore schießt, kannst Du nicht gewinnen», ärgert sich Daniel Menge. 36 Prozent Erfolgsquote der Schwarzwälder stehen lächerliche fünf Prozent der Joker gegenüber.

Nicht einmal drei Minuten lang war der ESVK in der gesamten Serie in Führung (in Spiel drei). Meist, fast 180 Minuten, mussten die Joker einem Rückstand hinterher laufen. «Gegen eine so clevere und defensiv starke Mannschaft ist es unglaublich schwer zu spielen, wenn sie in Führung ist», so Menge. Auch das Torhüterduell ging klar an den überragenden Schwenninger Steve Silverthorn.

«Stefan Vajs muss noch viel lernen. Aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er steht ja nicht allein auf dem Eis», so ESVK-Coach Ken Latta über seinen jungen Torwart.

Am Ende stehen jedoch die Worte von ESVK-Vorstandsmitglied Andreas Settele: «Auch wenn jetzt bei den Spielern die Enttäuschung da ist, sind wir sehr zufrieden mit dieser Saison.» Einen besseren Ausklang hätte aber auch Settele gerne mitgenommen.

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