Lindau / Frankfurt
Seine Stimme kennen Millionen Sportfans

Seine Stimme kennen Millionen Sportfans - doch wohl kaum einer weiß, dass er vom Bodensee kommt. Der gebürtige Lindauer Marc Hindelang (42) seit vielen Jahren als Sportkommentator, unter anderem für das DSF, Premiere und Sky. Obwohl er in Frankfurt lebt, hat er enge sportliche Verbindungen in seine Heimat: Seit 2002 leitet er als Vorsitzender die Geschicke des Eishockey-Landesligisten EV Lindau.

Herr Hindelang, was sind denn Ihre Lieblingsvereine im Fußball und beim Eishockey?

Marc Hindelang: Beim Eishockey ist es natürlich der EV Lindau. Im Profibereich habe ich keinen wirklichen Lieblingsverein. Ich muss ja auch neutral sein. Allerdings drücke ich der deutschen Nationalmannschaft die Daumen. Die verfolge ich schon lange, und die Jungs haben es echt verdient, dass man sie unterstützt. Beim Fußball bin ich ganz ehrlich: Ich bin seit 30 Jahren Fan von Bayern München.

Dürfen Sie denn auch Spiele dieser Mannschaften kommentieren?

Hindelang: Dürfte ich und habe ich auch schon - allerdings kommt es nicht so oft vor. Im Kollegenkreis hat eigentlich jeder eine Lieblingsmannschaft, ob das Bayern ist, 1860 oder der VfB. Da muss man einfach professionell sein. Wobei eigentlich eher die Gefahr besteht, dass man zu «seinem» Verein besonders kritisch ist. Bei internationalen Spielen ist es gar kein Problem. Da drücken deutsche Fans in der Regel den deutschen Mannschaften die Daumen. Und dann dürfen das auch die Kommentatoren.

Inwiefern unterscheiden sich die Einsätze am Mikro bei diesen beiden Sportarten?

Hindelang: Das Datenmaterial beim Fußball ist viel ausführlicher. Es ist die Sportart Nummer 1 in Deutschland. Eishockey ist eher eine Randsportart mit kompliziertem Regelwerk, weshalb es dort einen großen Spagat gibt zwischen erklären und fachlich sein. Man sollte die Laien zwar an die Hand nehmen, aber die Fachleute nicht langweilen. Allgemein kann man beim Fußball mehr taktische Dinge erklären, während Eishockey die schnellere Sportart ist, bei der mehr Tore fallen.

Was kommentieren Sie lieber?

Hindelang: Das kann man so nicht sagen. Ein Pokalspiel zwischen Rot-Weiß Ahlen und Greuther Fürth kann mir genauso viel Spaß machen wie ein DEL-Finale. Bei einem vollen Haus und guter Stimmung ist die Sportart egal. Man muss eben eine Art kindlicher Begeisterung mitbringen.

Wie häufig sind Sie noch in Ihrer Heimat am Bodensee?

Hindelang: Wenn ich alle zwei Monate in Lindau bin, dann ist es gut. Den EV Lindau sehe ich deshalb auswärts öfter als daheim. Ich versuche, diese Spieltage mit beruflichen Einsätzen in München zu verbinden.

Nachdem im Vorjahr der Aufstieg in die Bayernliga in letzter Minute verpasst wurde: Was trauen Sie dem EV Lindau für die kommende Spielzeit in der Landesliga zu?

Hindelang: Unser Ziel ist der Aufstieg. Das können wir schaffen. Es wird allerdings extrem hart. Von 32 Mannschaften steigen nur zwei auf. Aus der Bayernliga kommen drei Absteiger neu in die Liga, die sicher nicht schlechter sind als wir. Dazu noch der EV Weiden - und es gibt immer eine Überraschungsmannschaft, wie wir sie letztes Jahr waren.

Unterm Strich kommen fünf, sechs Mannschaften in Frage.

Wie beurteilen Sie die Kooperation im Nachwuchsbereich mit dem TV Lindenberg?

Hindelang: Das ist eine wichtige Sache und super, dass sich die Vereine gegenseitig helfen. Wir arbeiten kommende Saison bei den Junioren zusammen, wo wir sonst zu wenig Spieler hätten. Wir haben ein tolles Verhältnis zum TV Lindenberg, gerade Jugendleiter Klaus Huber leistet eine klasse Arbeit. Und auch Lindenberg profitiert davon vor dem Hintergrund, dass das Kunsteisstadion lange Zeit auf der Kippe gestanden hat.

Wie könnte man das Eishockey im Landkreis Lindau Ihrer Meinung nach noch weiter voranbringen?

Hindelang: Beide Vereine, EV Lindau und TV Lindenberg, haben es nicht einfach. Wir haben zwei offene Eisflächen und die Verkehrsanbindung zwischen Lindenberg und Lindau durch das Rohrach ist im Winter nicht immer günstig. Wichtig ist, dass wir die Leute in den Städten für Eishockey begeistern können und die merken, dass in den Vereinen etwas Vernünftiges passiert. Ich bin um jedes Kind froh, das zum Eishockey geht - egal ob nun in Lindau, Lindenberg oder Wangen.

Und wann erhalten die Islanders endlich die ersehnte Überdachung für ihr über 1000 Zuschauer fassendes Eichwaldstadion?

Hindelang: Der 10.10.10 ist das große Ziel von EVL und Förderverein. Wir liegen im Plan, das Konzept steht und der politische Boden wird derzeit auch bereitet. Endgültig an die Öffentlichkeit wollen wir aber erst gehen, wenn alles in trockenen Tüchern ist.

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