Segeln
Segelclub Alpsee-Immenstadt lernt den Wind auf dem Wasser richtig zu lesen

Seit Anfang des Monats trainiert bereits der Nachwuchs des Segelclubs Alpsee-Immenstadt (SCAI). Im Winter treffen sich die Jugendlichen nur sporadisch zum Schwimmen oder Rodeln, erzählt Trainer Thomas Kiesling. Die meisten seiner Schützlinge halten sich mit Skifahren oder anderen Wintersportarten fit. «Das Gleichgewichtsgefühl, das sie dadurch bekommen, brauchen sie auch beim Segeln», erklärt der 41-Jährige. Wer das Segeln einmal so gut beherrscht, dass er vom leichter zu steuernden Opti in den anspruchsvolleren Laser wechseln kann, benötigt zudem noch viel Kraft in Armen und Beinen.

Ein spezielles Aufwärmprogramm hält Kiesling zu Beginn der Übungseinheiten nicht für nötig: Bis die Jugendlichen ihre Boote aufgebaut und im Wasser haben, seien sie sowieso warm. In den Pausen während einer Regatta seien spezielle Übungen wiederum unerlässlich: Nach den Anstrengungen würde der Körper sonst zu sehr auskühlen.

Anfänger kommen zunächst bei erfahrenen Seglern mit aufs Boot und bekommen Schritt für Schritt alles erklärt. Schon nach gut drei Übungseinheiten seien sie meist in der Lage, selbst ein Boot zu steuern, so Kiesling. Gerade bei Neulingen stehen Kenter-Übungen im Trainingsplan ganz vorne. «Die Kinder müssen lernen, ihr Boot im Wasser aufzurichten, um die Angst zu verlieren.

» Da die Nachwuchssportler mit Neoprenanzügen und Schwimmwesten ausgerüstet sind, könne ihnen nichts passieren. Zudem wird jede Gruppe von zwei Trainern in Booten begleitet.

Bei der Entscheidung, ob und wann Anfänger ihr Boot selbst steuern können, spielt allerdings auch der Wind eine große Rolle: «Für uns ist es teilweise auch problematisch, dass wir so stark von den Windverhältnissen abhängig sind», räumt Kiesling ein. Bei zu starken Windverhältnissen ist ein Training nicht möglich. Dann lassen die Verantwortlichen des SCAI nur erfahrene Segler aufs Wasser.

Für den Nachwuchs steht bei schlechter Witterung Theorie auf dem Plan: Von Knotentechniken über Taktik bis hin zu physikalischen Grundlagen reicht das Repertoire, das ein guter Segler beherrschen muss. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist es hier nämlich mit der Praxis nicht getan: «Um auf dem Wasser richtig reagieren zu können, muss man wissen, was im Boot passiert», erklärt Kiesling.

Auf dem Wasser werden grundlegende Manöver wie Wende, Halse, Anlegen, Ablegen und Bojen-Umrundungen geübt. Dabei wechselt Kiesling zu den Kindern aufs Boot und macht ihnen die geforderte Übung vor. Danach beobachten die Trainer ihre Schützlinge bei der Ausführung und korrigieren bei Bedarf die Fehler.

Ganz entscheidend fürs Segeln sei der Start, weiß Kiesling: «Wenn man danach ganz vorne ist, hat man den Wind frei.» Sobald andere Segler vor einem sind, wird der Wind schwerer berechenbar, da er «verwirbelt» sei. Daher übt auch der Nachwuchs schon früh, möglichst nahe an der Startlinie zu sein und zum richtigen Zeitpunkt loszusegeln. Auf das richtige Timing und die Fähigkeit, den Wind lesen zu können, komme es bei einer Regatta an. Einmal die Woche trainiert der SCAI-Nachwuchs in Gruppen gemeinsam. Wer sportliche Erfolge anvisiert, muss zudem eigenständig trainieren.

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