Ostereier-Suche im Reisebus

Von Markus Erdt | Füssen. Karl-Heinz Ganser ist ein gläubiger Mensch. Regelmäßige Kirchgänge sind für mich als ehemaliger Ministrant seit der Jugend selbstverständlich, sagt der 49-Jährige. Auch am Ostersonntag wird er den Gottesdienst der Franziskaner besuchen. Die brauchen nicht ganz so lang, schmunzelt Ganser. Zeit ist für ihn in den kommenden Tagen kostbar, denn als Busfahrer des EV Füssen ist er - wie der gesamte Verein - aufgrund der Play-off-Spiele im Dauerstress.

Dass er das Osterfest heuer nicht in Ruhe und Besinnlichkeit verbringen kann, macht dem Gaga - so sein Spitzname - dieses Mal gar nichts aus. Ich freue mich, dass der EVF endlich mal wieder in Play-offs vertreten ist. Das bedeutet für Ganser allerdings viel Arbeit: Bereits am heutigen Donnerstag um 9.30 Uhr macht er sich mit der Mannschaft zum ersten Spiel bei den Blue Lions Leipzig auf. 530 Kilometer einfache Fahrt liegen vor der Truppe, ehe um 19 Uhr die erste von maximal sieben Begegnungen ansteht. Mit der Rückkehr in Füssen rechnet Ganser am Karfreitag in der Früh um 4 Uhr. Danach wird erst einmal ausgeschlafen, ehe er wieder den einen oder anderen Transport von Nachwuchsspielern übernimmt, die am Füssen Cup in der Arena teilnehmen.

Am Karsamstag steht das zweite Play-off-Spiel auf dem Programm. Dieses Mal in Füssen (Beginn 19.30 Uhr), was aber für Ganser nicht bedeutet, dass er frei hat. Als Strafbankrichter wacht er darüber, dass die Füssener Spieler ihre Strafzeiten absitzen. Hoffentlich habe ich nicht viel zu tun, sagt der 49-Jährige.

Nur eine kleine Osterfeier

So soll auch sein Motto für den Ostersonntag lauten. Nach dem Gottesdienst tritt sich Ganser mit seinen Freunden vom Pfannen-Stammtisch zum gemeinsamen Mittagessen und einer kleinen Osterfeier. Die darf dann allerdings nicht zu heftig ausfallen, denn am Ostermontag muss er den Bus erneut zum zweiten Auswärtsspiel nach Leipzig lenken.

Unterstützt wird Ganser bei den weiten Fahrten von Jürgen Frerichs. Genau 16 328 Kilometer hat der EVF alleine in dieser Saison für Auswärtsspiele zurückgelegt. 337 Stunden saßen wir nur im Bus, erklärt Ganser, der über jede Reise genau Buch führt. Genau geregelt sind dabei auch die Sitzordnung und die Pausen. Die Zeit verbringen die Spieler meist mit Lesen oder Schlafen. In letzter Zeit wird immer mehr gepokert, erzählt der Busfahrer.

Gebet fürs Weiterkommen

Unter Umständen gibt es für die Fahrt am Montag noch eine andere Beschäftigung. Vielleicht verstecke ich im Bus ein paar Ostereier, meint Ganser. Er selber pflegt trotz des Stresses zumindest einen weiteren Brauch. Im Gottesdienst lässt er ein Osterlamm, Eier, Brot und Salz bei der Speisenweihe segnen. Da ist seit meiner Kindheit so. Daran ändern auch die Play-offs nichts, so Gaga und fügt hinzu: Natürlich werde ich für unser Weiterkommen beten.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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