Fußball
Momentaufnahmen und Visionen

Der Wunsch des Vorsitzenden ist in Erfüllung gegangen. «Toll wäre es», meinte Armin Buchmann, der Chef des FC Memmingen, vor Beginn der Regionalliga-Saison, «wenn wir eine ähnliche Euphorie entfachen könnten, wie einst der Eishockeysport in dieser Stadt.» Damals, Anfang der 90er Jahre, beherrschten die Farben rot und weiß das Bild rund ums Stadion am Hühnerberg, und wenn Derbys anstanden wie gegen Augsburg oder Ravensburg, dann fuhren Sonderzüge mit Hunderten von Gästefans im Bahnhof ein und verpassten Memmingen für einen Augenblick einen Hauch von Großstadtflair.

Als dieser Armin Buchmann am vergangenen Samstag in der Sprecherkabine der Fußballarena stand und hinüberblickte zum Gästeblock mit den zahlreichen Fahnen schwenkenden Darmstadt-Fans, schmunzelte er und erinnerte sich an diesen Satz. Sein Lächeln ersetzte in etwa diese Worte: «Na Leute, habe ich zu viel versprochen? Jetzt erleben wir hier endlich richtig tolle Stimmung.» Und auch die Namen der Gegner in der Regionalliga Süd - auch wenn das für den heutigen Samstag geplante Gastspiel bei der Zweiten des großen 1. FC Nürnberg abgesagt werden musste - machen deutlich: Der Memminger Fußball bewegt sich auf hohem Niveau.

Wenn man sich in diesen Tagen nach einer sportlich wie auch finanziell erfolgreichen Hinrunde (im Schnitt kamen 2185 Zuschauer) mit Buchmann und auch mit Trainer Esad Kahric unterhält, dann hört man zwar etwas von «Momentaufnahme», «auf dem Teppich bleiben» oder «Von Schritt für Schritt denken». Es werden aber auch Visionen geäußert, bei denen der Pressevertreter nicht gleich inständig gebeten wird: «Das dürfen Sie aber nicht schreiben.»

Also geben wir die Worte wider, die Buchmann am Rande des 1:1 gegen den SV Darmstadt in den Mund genommen hat. Na ja, meinte er, wenn sich nach der Neustrukturierung mit einer eigenen bayerischen Regionalliga (ab Saison 2012/13) mal ein Türchen auftun sollte zur dritten Liga, dann würde der FCM auch dort hindurch schreiten. Selbst mit einem kleinen Stadion wie jenem an der Bodenseestraße (Fassungsvermögen 5100).

Immerhin kassieren die Klubs dieser Liga alleine eine Millionen Euro an Fernsehgeldern.

Gelassener Trainer

Natürlich hat Armin Buchmann auch betont, dass das nichts als Zukunftsmusik sei, und dass man zunächst schauen müsse, die Regionalliga sportlich ordentlich über die Bühne zu bringen. Das wiederum ist Aufgabe von Trainer Esad Kahric, der zwar mit Gelassenheit auf den weiteren Saisonverlauf nach der Winterpause blickt. Der aber auch mit Akribie an den noch zuvor anstehenden Partien arbeiten wird - wenn noch eine stattfindet.

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