Ski alpin
Mit Spaß, Kampfgeist und dem Glauben an sich selbst steuert Philipp Schmid sein großes Ziel an

Der Lindenberger Philipp Schmid hat gerade die erfolgreichste Saison seiner bisherigen Karriere absolviert. In sieben Weltcup-Einsätzen schaffte es der 25-jährige Slalomspezialist zwei Mal, sich trotz extrem hoher Startnummern für den zweiten Lauf zu qualifizieren.

Die Krönung war für ihn persönlich der 19. Platz beim Klassiker von Adelboden. Dieses Rennen wird ihm nicht nur deshalb in Erinnerung bleiben, weil er hier sein bislang bestes Weltcup-Resultat erreichte, sondern auch wegen der "tollen Atmosphäre".

An diesem Tag hat für ihn, wie er rückblickend mit einem Lächeln feststellt, einfach alles gepasst: 'Für solche Momente trainiert man. Das macht unglaublich Spaß und ist schon eine Belohnung wert.' Noch höher anzusiedeln ist die Leistung wenn man bedenkt, dass die Karriere des Westallgäuers vor zwei Jahren schon fast zu Ende gewesen wäre. Als er nicht mehr für das Europacup-Team nominiert wurde, stand er vor der Entscheidung den angebotenen Trainerposten anzunehmen oder auf eigene Faust weiterzumachen.

Den Kopf in den Sand zu stecken, kam für Philipp Schmid nicht in Frage, denn 'ich wollte es mir beweisen'. Kurzerhand finanzierte er sich ein Jahr selber und kämpfte sich durch die Unterstützung eines Privattrainers nicht nur ins Europacup-Team zurück sondern sogar in den Weltcup.

'Wenn man an sich glaubt, kommt irgendwann der Erfolg', versichert er. Was so einfach klingt, war für Philipp Schmid aber durchaus harte Arbeit. An den nötigen Fähigkeiten sich gegen die internationale Konkurrenz zu behaupten, fehlt es ihm zwar nicht, allerdings hatte er schon etliche verletzungsbedingte Rückschläge zu verkraften, die er nur durch seine große Liebe zum Skifahren überwunden hat.

Mit drei erstmals auf Skiern

Im Alter von drei Jahren haben ihn seine Eltern das erste Mal auf Skier gestellt, danach ist er 'so langsam reingerutscht'. Um schulische und sportliche Anforderungen besser in Einklang zu bringen, wechselte er im Alter von 14 Jahren gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder Stephan ins Sportinternat nach Oberstdorf.

Die FIS- und Europacup-Rennen bestritten die Brüder gemeinsam und es wäre ein großer Traum beider gewesen, bei einem Weltcup gemeinsam an den Start zu gehen. Allerdings musste Stephan seine Skier verletzungsbedingt an den Nagel hängen.

Mittlerweile ist er Konditionstrainer-Assistent bei den Weltcup-Damen, während sein Bruder den alpinen Skirennzirkus noch aktiv genießt. 'Ich schau’ von Jahr zu Jahr, analysier meine Skitechnik und vom Erfolg hängt es ab, wie lange ich es mache', sagt der 25-Jährige vom SC Oberstaufen. Ein entscheidender Faktor dabei ist der Spaß.

'Mir hat das Skifahren einfach schon immer großen Spaß gemacht', beschreibt Philipp Schmid seinen Antrieb durch den er sich kontinuierlich gesteigert hat. Nach den ersten FIS-Rennen arbeitete er sich Schritt für Schritt nach vorne und debütierte als 18-Jähriger im Europacup.

Schon im zweiten Jahr auf europäischer Ebene lautete die niederschmetternde Diagnose, die ihn lange außer Gefecht setzte Kreuzbandriss. Vermeintlich kleinere Verletzungen wie Lendenwirbel-Frakturen oder Ski-Daumen erwähnt der 25-Jährige nur nebenbei. Schon bei seinem Kreuzbandriss war ihm aber klar, 'dass ich es wissen will und es weiter probieren werde'.

Beim Zoll-Skiteam in Sonthofen

Und genau dieser Kampfgeist zeichnet den gebürtigen Lindenberger, der mittlerweile beim Zoll-Skiteam in Sonthofen stationiert ist, aus. Denn nach seinem Weltcup-Debüt 2010, wo ihm gleich im ersten Einsatz die Qualifikation für den Final-Durchgang gelungen ist, sah es diese Saison zunächst alles andere als gut aus. Gleich zwei Gehirnerschütterungen bescherten ihm jeweils einen Monat Pause und einen ziemlichen Trainingsrückstand. Daher kann er mit dem Saisonverlauf 'top zufrieden' sein.

Im Mai startet Vorbereitung

Nach einer kurzen Pause geht im Mai schon wieder die Vorbereitung für die neue Saison los. Während anfangs das Konditionstraining im Mittelpunkt steht, geht es für die Athleten schon im Sommer wieder zum Schneetraining.

'Wenn man das Skifahren liebt, dann reicht es einem nie', entgegnet Philipp Schmid der Frage, ob er die Piste gerade im Sommer nicht lieber mal gegen Strand und Palmen tauschen möchte. Außerdem hat er jetzt schon die Pläne für die neue Saison fest im Visier: 'Ich will unter die Top 30 in der Welt – das ist mein ganz großes Ziel.'

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