Extremsport
Mit dem Rad quer durch die USA

Wenn Hermann Dopfer (51) Sport treibt, dann nur extrem. Vor 15 Jahren kletterte er noch und hatte den Mount Everest im Visier. Er hat es sein lassen, weil er es nicht finanzieren konnte. Jetzt will er am wohl härtesten Radrennen der Welt teilnehmen. Das «Race Across America» (RAAM), das Rennen quer durch die USA, soll es sein. 4800 Kilometer und 30000 Höhenmeter, von Westen nach Osten, von Los Angeles nach Philadelphia, um es genau zu nehmen: Von Oceanside nach Annapolis.

Ein Allgäuer hat es vor über zehn Jahren schon mal gewagt: Rüdiger Dittmann. Dopfer will der Zweite sein, der die Marke Allgäu durch die Vereinigten Staaten trägt, und er arbeitet daran, die finanziellen Voraussetzungen diesmal zu realisieren. «Man kann nicht jeden Traum einfach so wegschieben», sagt der Börwanger.

Unternehmen kostet 50000 Euro

Der Zahn der Zeit nagt. Dopfer wird in zwei Wochen 52 und stellt sich der Realität. Die heißt zum einen, dass er langsam in das Alter kommt, in dem manche schon an die Rente denken. Die heißt aber auch - das ist Dopfers größeres Problem -50000 Euro auftreiben. So viel kosten die drei Wochen inklusive Flug, Unterkunft und Leihwagen etc., die das Rennen beansprucht - vom Start in Börwang bis zur Rückkehr.

Ohne Moos ist nichts los. Der Traum hat seinen Preis und er ist hoch. Bis zum Sommer will er das Geld zusammen haben und dann in die ultimative Planung einsteigen. Er, das heißt im Grunde sie: Familie Dopfer. Ohne Unterstützung der Töchter Beatrix (21), deren Freund David Beck (23), Patricia (23) und Mutter Heike (55) wäre das Vorhaben in Übersee nicht machbar.

Jetzt heißt es erstmal Klinken putzen und potenzielle Sponsoren für die Idee begeistern. Die Dopfers haben dazu eine Mappe zusammen gestellt, die ihr gemeinsames Vorhaben RAAM dokumentiert. «Es ist viel Arbeit», sagt Patricia Dopfer. Aber sie hält es mit ihrem Vater, der sagt: «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Jetzt ist Dopfer in Hochform. Vergangenes Jahr nahm er am «Race Around Austria» (RAA) teil. Nach 2196 Kilometer und 28000 Höhenmetern kam er als Fünfter ins Ziel und leckte Blut nach mehr. In Österreich schaffte er die Qualifikation für das RAAM. Bis 2012 ist Dopfer berechtigt, an der Tortur teilzunehmen. Danach verfällt das Recht dazu und Dopfer müsste sich neu qualifizieren. Also lieber jetzt, als später oder gar nie.

Irgendwann kommt auch mal der Gedanke, so philosophiert Dopfer, dass das Leben auch noch etwas anderes bereit hält, als extreme sportliche Betätigung. Er glaubt nicht, wiedergeboren zu werden. «Darauf vertraue ich nicht», sagt er. «Es muss jetzt passieren», in diesem Leben. Und noch ein Grund, warum er es packen will. Frei nach Udo Jürgens («Ich war noch niemals in New York»): «Ich war noch nie über dem großen Teich.»

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