Eishockey-Derby EV Füssen gegen ESV Kaufbeuren
Mehr Spannung als Klasse (Audio-Diashow)

Dave Rich und Mike Bullard kennen sich gut. Einige Golfpartien haben die beiden Kanadier miteinander schon absolviert. 'Ich habe meistens gewonnen', sagt Rich. So war es auch am Freitagabend beim vierten Allgäuer-Eishockey-Derby in der ausverkauften Arena des Bundesleistungszentrums Füssen.

3690 Fans sahen einen aufgrund der Spielanteile verdienten 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) des EV Füssen gegen den ESV Kaufbeuren, der aber gerade im Schlussdrittel noch einmal gehörig in Gefahr geriet. Erst mit einem Treffer ins leere Gästetor erlöste Tom Fiedler 22 Sekunden vor dem Ende die Füssener Fans, die ihre Mannschaft anschließend minutenlang mit Ovationen feierten.

Das Derby lebte dieses Mal mehr von der Spannung als vom spielerischen Glanz. 'Wir haben uns das Leben selbst schwergemacht', analysierte Füssen sportlicher Leiter, Franz-Josef Baader. Er meinte damit vor allem die fehlende Entschlossenheit seiner Mannschaft beim Stande von 2:0 zum Ende des ersten und Beginn des zweiten Drittels, bei langer doppelter Überzahl für eine Vorentscheidung zu sorgen. 'Wir sind in diesen Situationen nicht mehr so effektiv wie noch vor ein paar Wochen', kritisierte auch EVF-Coach Dave Rich, war aber insgesamt vor allem mit dem kämpferischen Einsatz seines Teams und den wichtigen drei Punkten sehr zufrieden. Trotz Magenproblemen stieß der 38-Jährige mit einem Gläschen Rotwein im VIP-Bereich überglücklich auf den Sieg an.

Natürlich nicht zum Feiern zumute war den Verantwortlichen des ESV Kaufbeuren. 'Wir haben anfangs zu nervös gespielt', analysierte Präsident Kurt Dollhofer. Motivationstrainer Mike Bullard hatte bei der Pressekonferenz sogar einen Hauptschuldigen ausgemacht. 'Der Schiedsrichter war scheiße', sagte der Kanadier ganz unverblümt und meinte damit die Leistung von Maximilian Plitz und seinen Assistenten Sven Faigle und Michael Kees. Wild gestikulierend demonstrierte Bullard während der ganzen Partie seinen Unmut über die Entscheidungen des Trios. Was er dabei allerdings etwas aus den Augen verlor, war die Tatsache, dass seine Mannschaft vor allem im ersten Drittel übermotiviert und überhart zur Sache ging und bereits im ersten Durchgang 23 seiner gesamten 33 Strafminuten kassierte. Negativer Höhepunkt war eine Spieldauerstrafe gegen Alexander Althenn aufgrund eines gefährlich hohen Stocks – so der offizielle Regelverstoß, den eigentlich Benjamin McLeod begangen hatte –, durch den er einen Füssener Spieler verletzte.

Zuvor waren sich beide Teams bereits in der 13. Minute gehörig in die Haare geraten, als es zu Boxeinlagen kam, für die sich auf Kaufbeurer Seite Jonathan Robert und Christof Aßner sowie die Füssener Garrett Festerling und Nick Anderson je eine zwei plus zweiminütige Strafe einhandelten.

Schlittschuhtor oder nicht?

Uneinig waren sich die Trainer vor allem über die Regelkonformität des zweiten Füssener Treffers durch Markus Vaitl. Während Mike Bullard ein ganz klares Schlittschuhtor gesehen haben wollte, hatte Dave Rich nur einen unabsichtlichen Einsatz des Schlittschuhs wahrgenommen. Ihr gutes Verhältnis und die Golf-Partnerschaft wird diese kleine Uneinigkeit nicht stören, zumal jeder dem anderen den Einzug in die Play-offs wünscht. Unter gewissen Umständen kann es damit zu einem baldigen und erneuten Aufeinandertreffen kommen. Darüber würden sich wohl vor allem die Kassiere beider Vereine und die Fans freuen

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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