Eishockey
Löchrige Defensive in Sachsen

Wenn die Buron Joker und Weißwasser in dieser Saison in der Zweiten Eishockey-Bundesliga aufeinandertreffen, dann bleiben Tore keine Mangelware. Siegten die Ostsachsen am 24. Oktober im Allgäu mit 5:4, so nahm der ESVK jetzt fast «resultatsgleich» Revanche. Lediglich Mike Wehrstedt hatte etwas dagegen und sorgte mit seinem Treffer ins leere Füchse-Gehäuse 18 Sekunden vor Ultimo zum 6:4-Endstand (3:2, 1:3, 0:1) dafür, dass Kaufbeuren nun den besseren «direkten Vergleich» gegen die Lausitzer hat.

Zunächst aber sah es danach aus, als könnten die Füchse ihre negative Heimserie - die letzten fünf Partien auf eigenem Eis wurden alle verloren - beenden. Zu löchrig präsentierte sich die ESV-Defensive und auch Torhüter Stefan Vajs fand erst einmal nicht in die Partie. Bei allen drei Treffern der Hausherren in den ersten 20 Minuten sah der Schlussmann unglücklich aus. Bereits zu diesem Zeitpunkt waren die technischen und läuferischen Vorteile der Joker nicht zu übersehen, die das Tempo hochhielten und Weißwasser ab der 15. Minute mehrfach in deren Drittel einschnürten.

Vornehme Gardinenpredigt

Doch mehr als das 2:3 fiel nur deshalb nicht, weil die Schützlinge von Coach Ken Latta in der Chancenverwertung sündigten. «In der ersten Pause habe ich einigen meiner Spieler gesagt, dass ich von deren Leistung gar nicht begeistert war, weil sie ihr Potenzial nicht abgerufen hatten», beschrieb Latta seine Kabinenansprache «vornehm». Wenigstens hatten die Cracks zugehört und präsentierten ab dem Mittelabschnitt den «wahren ESVK». Rob McFeeters setzte mit seiner Großchance in der 23. Minute die Zeichen auf Sturm. Dass den Füchsen nicht sofort das Hören und Sehen verging, hatten sie ihrem Schlussmann Ryan MacDonald zu verdanken, der mehrfach glänzend parierte. Außerdem nutzte Weißwasser die erste Überzahlmöglichkeit zum erneuten Zwei-Tore-Vorsprung.

Damit war der Ehrgeiz der Joker endgültig geweckt. Während die Gastgeber noch jubelten, fälschte Maximilian Scheffler 24 Sekunden nach dem 4:2 einen Soares-Schuss zum erneuten Anschluss ab und läutete die spielentscheidende Phase ein. Denn binnen sechs Minuten drehten die Allgäuer die Partie komplett und hatten dabei auch das Glück auf ihrer Seite, als Petr Sikoras Geschoss vom Pfosten an den Rücken des Füchse-Goalies und von dort ins Tor prallte.

Harakiri statt Forechecking

«Nach dem 4:2 haben meine Spieler Forechecking mit Harakiri verwechselt. Und als sie sich im Schlussdrittel gegen die drohende Niederlage stemmten, auch gut kämpften, da wollte der Puck einfach nicht ins Tor gehen. So ist es halt, wenn du unten stehst», fasste resigniert Füchse-Trainer Dirk Rohrbach das Match aus seiner Sicht zusammen.

Entspannte Rückfahrt

Sein Gegenüber Ken Latta konnte sich über die Leistungssteigerung von Stefan Vajs freuen, der in der letzten Periode zu großer Form auflief und den kostbaren Vorsprung sicherte, bis eben Mike Wehrstedt mit seinem Treffer den Schlusspunkt setzte. «Es war sicher nicht unser bestes Spiel. Aber mit den drei Zählern im Gepäck kann ich die lange Rückfahrt nach Kaufbeuren ganz entspannt antreten», resümierte Ken Latta - und verschwand daraufhin zufrieden im Mannschaftsbus.

 

Mike Wehrstedt

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