Radfahren
Lisa Brennauer (28) aus Durach belegt den achten Platz beim Einzelfahren in Rio

Im strömenden Regen von Pontal bleibt der Traum von einer Olympia-Medaille unerfüllt. Warum die 28-jährige Allgäuerin das Wetter nicht als Ausrede gelten lässt.

Ausgerechnet vor dem Zeitfahren der Radsportler in Pontal sind die Straßen nass. 'Der Wind ist böig. Hoffentlich haben alle Fahrerinnen dieselben Bedingungen', sagt Jürgen Brennauer aus Durach. Seine Tochter Lisa winkt ihm nur kurz zu, bevor sie ihre Startvorbereitungen fortsetzt.

Nur zwei Tage konnte sie sich von den Strapazen des Straßenrennens erholen. Ruhe tanken, ein wenig Stressabbau vor dem persönlichen Höhepunkt bei den Olympischen Spielen: dem Zeitfahren. Keine Mannschaftstaktik wie am Sonntag (19. Platz als beste Deutsche), sondern ganz alleine im Kampf gegen die Uhr. 29,7 Kilometer, nur 24 Konkurrentinnen. Die Allgäuerin liebt diese Form des Radsports und muss am Ende eine Enttäuschung verkraften.

Es reicht nur zu Rang acht. Dreimal war Brennauer schon Weltmeisterin, einmal sogar im Einzel (2014). Der Kurs im Küstenort Pontal über 29,7 Kilometer stellt allerdings höchste Anforderungen. Zwei Anstiege (1,3 und 2,1 Kilometer) mit 9,4 und 6,8 Prozent Steigung gilt es zu meistern. 'Es kommt darauf an, den Rhythmus zu finden', erklärt ihr Bruder Bernd, der früher Amateurrennen fuhr und Lisas Begeisterung für den Radsport weckte.

Als sie um 9 Uhr Ortszeit in Pontal von der Rampe fährt, regnet es in Strömen. 'Ich mag diese Bedingungen eigentlich ganz gerne', wird die 28-Jährige hinterher erzählen. Sie hält sich während des Rennens an ihre Strategie, fährt die entsprechenden Wattzahlen. 'Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass ich hier ein gutes Rennen mache. Unterwegs habe ich dann aber gehört, dass die Zeitabstände sehr groß sind.' Demotivierend war der Rückstand für sie nicht. 'Ich habe meinen eigenen Plan durchgezogen und geschaut, was ich fahren will und was ich fahren kann.'

Die regennasse Fahrbahn ist kein Problem für sie. Natürlich lasse man in den Kurven Vorsicht walten, meint sie. 'Aber ich denke nicht, dass ich da besonders viel Zeit verloren habe.' Genau 56,20 Sekunden beträgt der Rückstand auf die 42-jährige Siegerin Kristin Armstrong aus den USA (44:26,42 Minuten). 'Sie war das Jahr über fast nicht zu sehen, weil sie überwiegend Rennen in den USA fuhr. Für mich war sie deshalb eine nur schwer einzuschätzende Topfavoritin.'

Brennauer bringt es auf Rang acht auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 39,271 Stundenkilometern. In Ruhe will sie analysieren, warum sie deutlich langsamer war als die Medaillengewinner. Silber geht an die Russin Olga Zabelinskaya (44:31,97), Bronze gewinnt die Niederländerin Anna van der Breggen (44,37:80).

Trixi Worrack aus Dissen erreicht Rang 16. 'Wer eine Chance auf das Podium hatte, ging ein Risiko ein, ich nicht', lautet ihr Fazit. Ihr musste nach einem Sturz im Frühjahr eine Niere entfernt werden.

Für die Duracherin Lisa Brennauer ist in Rio der große Traum einer Medaille nicht in Erfüllung gegangen. Wird sie einen neuen Anlauf wagen? 'Bis Tokio 2020 vergeht noch viel Zeit. Ich werde sehen, was bis dahin passiert.' Zunächst will sie in Rio noch einige Wettbewerbe als Zuschauerin erleben. Bis zum Schluss der Spiele wolle sie aber nicht bleiben.

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