Leoparden kämpfen sich ins Halbfinale

Füssen l rz, mer l Eigentlich schütteln sich die Eishockeyspieler nach jeder Partie die Hand. Das gebietet der Sportsgeist. In den Play-offs ist dies anders: Da wird in dieser Hinsicht die ganze Serie als einzige Partie gesehen. Deshalb war es ein ganz besonderer Moment, als am vergangenen Sonntag um 20.20 Uhr die Spieler des EV Füssen die anerkennenden Glückwünsche ihrer Gegner von den Blue Lions Leipzig entgegennahmen. Durch ein hartumkämpftes 4:1 (2:1, 0:0, 2:0) entschied das Team von Trainer Dave Rich das Play-off Viertelfinale vor knapp 3000 begeisterten Zuschauern mit 4:2 für sich.

Den Gastgebern merkte man von Beginn ihre Entschlossenheit an, die Entscheidung zu erzwingen, um ein Endspiel in Leipzig zu vermeiden. Die Rechnung ging zunächst auf: Während der ersten viereinhalb Minuten gab es für die Blue Lions aus Leipzig gleich drei Hinausstellungen hintereinander. Die zweite Überzahlsituation nutzte Henri Virta in der dritten Minute zur Führung. Der EV Füssen blieb am Drücker und erhöhte in der 10. Minute durch seinen an diesem Tag besten Spieler, Andrej Naumann, auf 2:0. Danach wachten die Gäste auf und verkürzten durch Max Kenig noch vor der ersten Sirene.

Bemerkbarer Kräfteverschleiß

Im zweiten Drittel war der Kräfteverschleiß bei den Leoparden deutlicher zu erkennen als bei den Gästen. Mehrmals lag der Ausgleich in der Luft. Mit Glück und Können hielt Torwart Christian Krüger alles, was auf den Kasten kam und rettete den Vorsprung. Die Leoparden ihrerseits kamen nur selten vor das Leipziger Gehäuse und konnten auch eine längere doppelte Überzahl nicht nutzen.

Im letzten Anschnitt kamen die Leoparden wieder besser ins Spiel. Es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei vor allem der EVF einige brenzlige Situationen zu überstehen hatte. Für die kollektive Erlösung sorgte Andrej Naumann, der in Überzahl unter Mithilfe des Gästekeepers Staudt das 3:1 in der 47. Minute markierte. Leipzig gab nicht auf und kämpfte verbissen um den Anschluss. Bereits vier Minuten vor dem Ende nahm Trainer Zdenek Travnicek seinen Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Leoparden kämpften um jede Scheibe und Torwart Krüger ließ sich nicht mehr überwinden. Für die endgültige Entscheidung sorgte Christian Krötz in der 59. Minute, als er von der eigenen blauen Linie ins leere Leipziger Tor traf. Was dann folgte, was Gänsehaut-Atmosphäre pur: Minutenlang feierten Spieler und Fans den Einzug ins Halbfinale.

Trainerstimmen

Dave Rich, Trainer EV Füssen: 'Heute trinke ich zur Feier des Tages nicht nur ein Glas, sondern eine Flasche Wein. Wir haben die Serie verdient gewonnen und hart dafür gearbeitet. Überragend war Torwart Christian Krüger. Heute muss jeder mindestens bis 1 Uhr nachts feiern. Wir treffen uns erst wieder am Mittwoch auf dem Eis. Diese Serie hat uns alles abverlangt. Jetzt geht es weiter. Wir nehmen es, wie es kommt.'

Zdenek Travnicek, Trainer Blue Lions Leipzig: 'Ich gratuliere Füssen zum Weiterkommen und wünsche Euch viel Glück. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Füssen hat ein gutes Team. Heute war der Eishockey-Gott nicht auf unserer Seite, denn wir haben aus 50 Schüssen nur ein Tor gemacht.'

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