Eishockey
Kultige Typen

Von sportlichen Zielen bis zu wirtschaftlichen Nöten, von Fanbeauftragten bis Fanpullis: Die gut zwei Stunden ESVK-Fanstammtisch am Dienstagabend boten die ganze Bandbreite an Themen, welche die Anhänger des Eishockey-Zweitligisten derzeit bewegen. Rund 40 Fans plauderten in der gut gefüllten Stadiongaststätte in locker Atmosphäre mit Trainer Ken Latta, den Spielern Christoph Fröhlich, Bernhard Ebner, Petr Sikora, Daniel Menge und Stefan Vajs sowie den Vorstandsmitgliedern Andreas Settele, Winfried Kucis, André Veil und Christian Demel.

Gleich zu Beginn verkündete Pressesprecher Christian Demel eine Neuerung: Mit Philippe Bader (Fanclub Rote Teufel Günztal) und Manuel Ort (Organisator «Joker on tour») hat der Verein mit Zustimmung aller Fanclubs zwei Fanbeauftragte eingesetzt. Diese sollen als Bindeglied zwischen Verein und Anhängern fungieren. Sie gehören beide dem Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit an und sind dort das Sprachrohr für alle Anliegen der Fans. «Wir werden aber trotzdem weiterhin lautstark im Fanblock vertreten sein», versprachen die beiden.

Als die Spieler nach dem Training eintrafen, dauerte es wie immer eine Weile, bis die anfängliche Scheu der Anhänger überwunden war. Doch für solche Fälle gibt es ja noch Simon Wißmiller. Der langjährige Fan aus Köngetried griff sich wie bei früheren Stammtischen das Mikrofon und stellte fleißig Fragen.

Die nahe liegendste: Wie sieht es mit den Finanzen aus? Schatzmeister Winfried Kucis räumte ein, dass der November mit nur zwei Heimspielen ein sehr schwieriger Monat gewesen sei. «Wir hoffen aber, dass der Dezember umso erfreulicher wird», so Kucis. Deshalb habe der ESVK die «Operation 20000» ins Leben gerufen. Mit breit angelegter Werbung und vielen verschiedenen Aktionen und auch Rabatten (siehe Infokasten) sollen die Fans wieder ins Stadion gelockt werden. «Wir haben das jüngste Team der Liga, das begeisterndes Eishockey spielt. Wir hoffen, dass das nun auch auf breiter Front honoriert wird», so Kucis.

Sikora sorgt für Lacher

In diese Kerbe schlug auch Christian Adolf, der mit seiner Band «Diamonds Revival» den neuen ESVK-Song «Gemeinsam stark» aufgenommen hat, seit vielen Jahren Stammgast im Stadion ist und der Frage nachgeht, warum es eine gewisse Eishockeymüdigkeit vor Ort gibt: «Wir brauchen wieder einen Kult wie in den 80er Jahren, als es einfach dazu gehört hat, zum ESVK zu gehen. Dieses Team hat das Zeug dazu, Kult zu werden», sagt Adolf.

Vor allem, wenn man Typen wie Petr Sikora in der Mannschaft haben, die mit ihrer Mimik und den knochentrockenen Kommentaren die Fans zum Lachen bringen.

Zwei Beispiele: Auf die (an die jungen Spieler) gerichtete Frage nach dem möglichen Ziel «DEL» meinte der 40-jährige Sikora: «Ich will das auch noch probieren, spätestens in fünf Jahren.» Oder die Frage nach dem Schlüssel, warum die deutsche Topreihe so gut funktioniere: «Der Schlüssel bin ich.»

Torwart Stefan Vajs freut sich derweil, dass er das zehnte Stockwerk in Köln mit Blick auf den Flughafen nun gegen einen Bauernhof in Germaringen tauschen konnte. Inzwischen hat er auch schon mehrmals geschafft, was ihm im Trikot des EC Peiting stets verwehrt geblieben war: in Kaufbeuren zu gewinnen.

Was aber ist, wenn die Nummer eins, die bisher alle Spiele bestritten hat, einmal länger ausfallen sollte? «Für so einen Fall haben wir einen Mann aus der DEL in der Hinterhand», sagt Latta. Zudem führten er und Manager Klaus Habermann mit einem potenziellen zweiten Torwart Gespräche.

Alle Beteiligten des ESVK wurden im Verlauf des Abends nicht müde zu betonen, wie wichtig ihnen eine gute Zusammenarbeit mit den Fans sei. «Euch zu begeistern, attraktives und erfolgreiches Eishockey zu spielen, das ist mein Credo», sagt Sikora stellvertretend.

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