Wintersport
Kombi-König Johannes Rydzek aus Oberstdorf schreibt Geschichte

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Locker, gelöst und überglücklich: So präsentierte sich der frischgekürte Kombi-Weltmeister Johannes Rydzek bei der Pressekonferenz nach seinem Titelgewinn im Wettbewerb von der Normalschanze mit anschließenden 10-Km-Langlauf. 'Ein Traum ist heute wahrgeworden', sagte der 23-Jährige vom SC Oberstdorf, den vor dem Rennen kaum einer auf der Rechnung hatte.

Die Online-Ausgabe das Falun Kuriren, der Lokalzeitung im WM-Ort, berichtet heute übersetzt: "Dramatik, als der ,falsche' Deutsche gewann"

Denn als Sieganwärter galt Olympiasieger Eric Frenzel, der am Schluss nur Vierter wurde, obwohl er nach dem Skispringen klar in Führung gelegen war. Im Schatten von Frenzel, der in manchen Medien gar als 'Übermensch' bezeichnet worden war, schlug die Stunde des Oberstdorfers Rydzek. 'Er war unglaublich stark', sagte der zweitplatzierte Alessandro Pittin aus Italien. 'Ich habe einfach alles gegeben. Jedes Kind träumt davon, einmal Weltmeister zu werden', sagte Rydzek, der von Eltern, Freunden und der kompletten Mannschaft gefeiert wurde und sich ein Gläschen Schampus schmecken ließ.

Der 'Kombi-König' geht nicht nur als erster Allgäuer, der Einzel-Gold bei einer Weltmeisterschaft in seiner Disziplin holte, in die Geschichtsbücher ein, sondern sorgte auch für zwei Jubiläen: Er sicherte den deutschen Kombinierern das zehnte WM-Gold bei Wettkämpfen von der Normalschanze und obendrein die 20. Medaille in diesem Wettbewerb.

Ausblick aufs Wochenende

Inmitten des Jubels dachte Rydzek aber bereits an die nächste Aufgabe: Er will mit der deutschen Mannschaft im Teamwettbewerb am Sonntag endlich den Fluch brechen und nach 28 Jahren wieder eine Goldmedaille holen. 'Wir können mit breiter Brust antreten. Alle haben hier heute einen super Job gemacht', sagte Rydzek. Zuletzt ging 1987 in Oberstdorf Team-Gold an den DSV. Damals siegte das DSV-Trio mit dem heutigen Bundestrainer Hermann Weinbuch sowie Hans-Peter Pohl und Thomas Müller vom SC Oberstdorf, der nach seiner aktiven Karriere Trainer wurde und Rydzeks in jungen Jahren förderte. Später trainierte Rydzek unter Andreas Bauer, der bis 2011 sein Heimcoach und Sprungtrainer der Kombinierer-Nationalmannschaft war, ehe er Bundestrainer der Skisprung-Frauen wurde. Bauer erlebte am zweiten Wettkampf-Tag bei der WM in Falun innerhalb von zwei Stunden doppelt Glücksgefühle.

Erst holte sein ehemaliger Schützling 'Ritschi' Gold - und dann legte auch noch Carina Vogt im Skispringen der Frauen von der Normalschanze nach. 'Das ist ein Traumtag', jubelte der 51-Jährige. Die nächsten Medaille ist auch für ihn und seine 'Mädels' greifbar nah: Am Sonntag steht neben dem Team-Wettkampf der Nordischen Kombination auch der Mixed-Wettbewerb im Skispringen an. Am heutigen Samstag fallen die Entscheidungen im Skiathlon der Frauen (15 km) und der Männer (30 km) sowie im Skisprung der Männer von der Normalschanze. Im Ski-Langlauf hat Bundestrainer Frank Ullrich die beiden Wahl-Allgäuer Sandra Ringwald und Florian Notz aufgestellt.

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