Eishockey
Kleinst- und Kleinschüler des TV Lindenberg trainieren auf dem Kunsteisplatz am Waldsee

Bis Robin Straub endlich seinen Helm aufsetzen kann, vergehen rund 20 Minuten. Denn zuvor hat der Elfjährige unter anderem die Schlittschuhe zugeschnürt, die Knieschoner übergestülpt und die gepolsterte Eishockeyhose angezogen. Tatkräftig unterstützt wird er dabei von seiner Mutter Erika. 'Ja, das dauert immer ewig', sagt Robin und rollt etwas genervt mit den Augen. Doch wer Eishockeyspielen will, muss Geduld mitbringen, bevor es überhaupt aufs Eis geht. Für heute hat es Robin nun geschafft. Er packt seinen Schläger und macht sich auf den Weg von der Umkleidekabine zum Eisplatz.

Fast rhythmisch kratzen dort schon die Kufen der anderen Keinst- und Keinschüler des TV Lindenberg über das Eis. Vorwärts und rückwärts gleiten sie über den Kunsteisplatz. Rund 15 Kleinstschüler (sechs bis zehn Jahre) und noch einmal so viele Kleinschüler (bis etwa zwölf Jahre) trainieren regelmäßig auf der Fläche beim Waldsee. Seit diesem Jahr ist auch der siebenjährige Jonas dabei. 'Mein Bruder spielt, da habe ich es auch ausprobiert', erzählt er und fügt hinzu: 'Und es hat gleich Spaß gemacht.' Das kann auch sein Mitspieler, der siebenjährige Roman bestätigen. Schon seit drei Jahren steht er auf dem Eis. 'Am schwierigsten ist es, die Scheibe so zu treffen, dass sie hoch fliegt.'

Klack, klack, klack – immer wieder spielen sich Jonas, Roman und die anderen Kleinstschüler mit ihren Schlägern den Puck zu. Ab und zu saust die kleine schwarze Gummischeibe gegen die Bande und spickt von dort wieder zurück zu den Nachwuchsspielern. 'Wir üben spielerisch das Schlittschuhfahren oder den Umgang mit Schläger und Puck', sagt Klaus Huber, einer der Trainer des TV Lindenberg. So wird auf dem Eis auch ab und zu 'Schwarzer Mann' gespielt, oder die kleinen Eishockeyspieler sollen mit ihrem Puck versuchen, einen Eimer umzuschießen. 'Dabei vergessen sie, dass sie auf Schlittschuhen stehen, und dann klappt es oft ganz automatisch', weiß Huber.

Wesentlich anstrengender sieht dagegen das Trainingsprogramm der etwas Älteren aus: Den Schläger nach vorne gestreckt liegen sie auf dem Eis und warten auf das Kommando von Trainer Andreas Burger. 'Und los', ruft dieser auch schon und die Spieler rappeln sich auf und flitzen von der Mitte der Eisfläche in Richtung Tor.

Interessiert verfolgt Bernd Volkmer am Rand des Eisplatzes die Bewegungen der Kleinen. 17 Jahre lang stand er selbst auf dem Eis, nun schaut er seinen zwei Buben zu. Seit diesem Jahr stehen die beiden auf Schlittschuhen. 'Klar, ab und zu gebe ich ihnen auch ein paar Tipps', sagt Volkmer und lacht. Seinem achtjährigen Sohn Kevin gefällt auf jeden Fall das Eishockeyspielen. 'Vor allem das Vorwärts-Übersetzen, damit wird man richtig schnell.' Schwierig fand er dagegen am Anfang das Bremsen und Rückwärtsfahren.

Oft wird Eishockey für einen sehr harten Sport gehalten, doch Trainer Klaus Huber winkt ab. 'Das Verletzungsrisiko ist viel geringer als beim Fußball, weil die Spieler einfach eine gute Ausrüstung haben', erklärt er. Für die Nachwuchsspieler gelten die gleichen Regeln wie für die Profis. 'Sie lernen allerdings am Anfang noch nicht bewusst den Körper beim Spielen einzusetzen.'

Bald wird es wieder wärmer, das Eis schmilzt und die Saison ist dann zu Ende. Was machen denn eigentlich Eishockeyspieler im Sommer? 'Fußball spielen und Leichtathletik', sagt der zehnjährige Nick. 'Rollschuh fahren', meint Niklas (8).

'Trainieren für den nächsten Winter', ergänzt Trainer Sergej Orlovski augenzwinkernd. Sicher ist: Langweilig wird es den kleinen Lindenberger Eishockeyspielern auch im Sommer nicht.

Sie flitzen regelmäßig auf Schlittschuhen über den Kunsteisplatz am Waldsee: Die Klein- und Kleinstschüler des TV Lindenberg mit ihren Trainern Andreas Burger (Mitte) und Sergej Orlovski (rechts). Foto: Matthias Becker

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