Laufsport
Kaufbeurerin gewinnt beim Berlin-Marathon das Rennen ihrer Altersklasse

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Es war nach knapp 35 Kilometern. Von hinten kam der Läufer mit dem gelben Ballon immer näher. Der Läufer, der damit die Zielzeit von dreieinhalb Stunden vorgab. 'Ich habe die Oberschenkel zwar schon extrem gespürt', erzählt Carola Dörries. Doch so einfach einholen lassen wollte sich die 18-jährige Kaufbeurerin nicht. Und so versuchte sie, auf den letzten knapp sieben Kilometern vor dem Mann mit dem Ballon zu flüchten. "Ich habe alles ausgeblendet und mit gesagt: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt", meint sie.

Und es hat sich letztlich ausgezahlt. Dörries kam beim Berlin-Marathon mit einer Gesamtzeit von 3:26:35 Stunden als 275. von insgesamt 7421 Frauen ins Ziel. Noch besser: Sie gewann sogar den Lauf in ihrer Altersklasse (Jahrgang 1992/93) mit fast 15 Minuten Vorsprung vor der Mexikanerin Elisa Vigil auf Platz zwei.

An der prestigeträchtigen Laufveranstaltung in der Hauptstadt wollte sie schon länger teilnehmen, durfte das aber erst jetzt, weil sie nun das Mindestalter von 18 Jahren erreicht hat. 517 Trainingskilometer hat die Abiturientin in den letzten drei Monaten vor dem Rennen heruntergespult. Die Pläne hat sie sich dabei selbst erstellt, ohne fremde Hilfe aus dem Internet.

Vom Marathon und dem Drumherum schwärmt sie in den höchsten Tönen. Von der tollen Stimmung, der perfekten Organisation und der Strecke. Die führte einmal quer durch die Millionenstadt und am Ende durch das Brandenburger Tor. 'Das war ein tolles Erlebnis', sagt Dörries. Viel Zeit, die anderen Sehenswürdigkeiten links und rechts der Strecke anzuschauen, sei aber nicht gewesen. Zu konzentriert sei sie gewesen, um im Gewühl zwischen 41 000 Teilnehmern nicht ins Stolpern zu kommen.

'Da muss man schon das eine oder andere Mal den Ellbogen ausfahren', meint die junge Sportlerin lachend. Dass ausgerechnet in diesem Jahr, in ihrem Beisein, der Kenianer Patrick Makau den Marathon-Weltrekord in Berlin auf 2:03:38 Stunden verbesserte, sei unvergesslich. Zu Gesicht bekommen hat die Kaufbeurerin die Weltklasseläufer aber nicht.

'Als ich gerade bei Kilometer 28 war, hat mir von draußen ein Zuschauer zugerufen, dass der erste Läufer schon im Ziel ist', erzählt sie. Mit ihrem eigenen Rennen war Dörries hoch zufrieden. 'Ich bin sehr konstant gelaufen und hatte keinen Durchhänger', erzählt sie. Im Schnitt benötigte die 18-Jährige knapp fünf Minuten pro Kilometer, hielt also durchgehend ein Tempo von etwas mehr als zwölf Stundenkilometern.

Als Gewinnerin ihrer Altersklasse hat Dörries schon jetzt einen kostenlosen Startplatz für das kommende Jahr erhalten. Ob sie den nützen wird? 'Das weiß ich noch nicht. Eigentlich will ich mich nicht unter Druck setzen, besser zu sein als in diesem Jahr', meint sie. Wahrscheinlich werde sie sich eher wieder für einen Start beim Voralpenmarathon entscheiden. Dörries: 'Die Panoramaläufe im Allgäu sind halt doch ganz anders als ein Rennen durch die Straßen einer Großstadt.'

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