Regionalliga
Interview: Matthias Bader von FC Memmingen über das letzte Spiel gegen Frankfurt, die Saison und Tacheles vom Trainer

Esad Kahric, Trainer beim FC Memmingen, gehört zu der Sorte Übungsleiter, die lieber einmal etwas flunkern anstatt sie Spieler verbal anzugreifen. Am Freitagabend – sein Team hatte gerade 2:4 gegen Eintracht Frankfurt II verloren – redete Kahric jedoch Tacheles. Unmissverständlich sagte er, von der ersten bis zur letzten Minute sei in der Defensive alles schief gelaufen – und dass man mit einer solchen Abwehrleistung in der Regionalliga nicht bestehen könne. Wir konfrontierten FCM-Verteidiger Matthias Bader (26) mit der Kritik des Trainers.

Herr Bader, Ihr Coach hat die Abwehr und damit auch Sie hart attackiert und von katastrophalen Fehlern gesprochen …

Matthias Bader: Hmm, so weh das tut, aber die Kritik kommt vollkommen zu Recht. Wir haben absolute Gurkentore kassiert. Die dürfen so nicht fallen. Gelinde gesagt, Sie haben ja auch nicht gerade einen guten Lauf. Zahlreiche Gegentore mussten Sie zuletzt auf Ihre Kappe nehmen, beim 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers sogar ein Eigentor. Nagt das nicht an Ihrem Selbstvertrauen?

Bader: Ich seh’ das ehrlich gesagt nicht so. Ich finde, dass ich leistungsmäßig bislang eine der besten Saisons spiele. Bei Situationen wie dem Eigentor gegen Stuttgart seh’ ich natürlich blöd aus. Aber das ist nun mal das Los eines Innenverteidigers. Wenn ich einen Fehler mache, dann ist halt oft nur noch der Torwart da. Aber ich selbst bin mit meiner Leistung schon zufrieden.

Ist es denn Esad Kahric auch?

Bader: Na ja, der Trainer sagt, manchmal fehle bei mir über 90 Minuten die Konzentration. Und da hat er ja nicht Unrecht. Aber wenn wir verlieren, wird mir das zu oft auf die Verteidigung geschoben. Es heißt dann, die Viererkette ist nicht optimal besetzt. Aber wir sind elf Mann. Wir verteidigen zu elft und müssen zu elft angreifen.

Aber das ist immer seltener von Erfolg gekrönt…

Bader: Es ist halt unsere Philosophie in dieser Saison, den Ball schneller nach vorne zu spielen. Wir Verteidiger wollen damit die Offensivkräfte unterstützen und ich finde, wir setzen das prinzipiell gut um.

Frankfurt trat mit zwei Spielern aus dem Profikader an. Nervt es Sie, dass einige im Verein und im Umfeld immer wieder über die ungleichen Vorzeichen lamentieren.

Bader: Ein bisschen schon. Dass wir arbeiten und nur abends trainieren können, darf auf jeden Fall keine Ausrede sein. Wir sind in der gleichen Liga und damit auf Augenhöhe. Ich bin absolut kein Freund davon, uns als Feierabend-Kicker zu bezeichnen. Damit reden wir uns ja nur selbst schwach.

Aber es war die fünfte Heimniederlage im achten Heimspiel …

Bader: Ja, das ist das schlimmste. Mir tut das für die Zuschauer leid. Wir stehen vor dem Spiel im Kreis zusammen und sagen uns, wir geben Gas und belohnen die Zuschauer für ihr Kommen.

Brökelt nicht langsam die Regionalliga-Euphorie in Memmingen?

Bader: Ich finde, dass wir trotz der fünf Heimniederlagen heuer spielerisch stärker sind als letzte Saison. Vor drei Spieltagen hatten wir genauso viele Punkte erreicht wie in der Vorsaison. Also lasse ich nicht gelten, dass wir schlechter sein sollen. Wir haben dreimal einen 0:2-Rückstand wettgemacht.

Das zeigt unsere Moral. Ich jedenfalls habe immer noch Bock auf diese Regionalliga und darauf, für den Verein alles zu geben. Ich bin sicher, das gilt für die ganze Mannschaft.

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