Aufstieg
FC Kempten hat die Rückkehr in die Bezirksliga geschafft

Nach dem Jubel rang der Matchwinner mit den Worten. Ich kann es noch gar nicht glauben. Das muss sich erst mal setzen, sagte Christian Miro Klose nach dem wegweisenden 2:1-Erfolg des FC Kempten vor 300 Zuschauern im Illerstadion gegen den SC Ronsberg.

Mit dem 19. Sieg im 28. Spiel stürmte der Traditionsverein zwei Spieltage vor Saisonschluss zur Meisterschaft in der Kreisliga Süd und schaffte mit 62 Punkten den soforigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga. In einem nervenaufreibenden Kampfspiel gegen die giftigen Gäste aus dem Ostallgäu sorgte Kapitän Klose für die Schlusspointe.

Ausgerechnet sein erstes Kopfball-Tor in dieser Saison brachte in der 80. Minute die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. "Damit hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet", sagte Klose schmunzelnd. Mit einer Größe von 1,92 Meter ist er normalerweise immer für vier, fünf Kopfballtreffer pro Spielzeit gut. Doch heuer schien das Glück bereits in verlassen zu haben - um dann im alles entscheidenden Moment zurückzukehren.

Verdientermaßen muss man wohl sagen. Denn Klose gehörte als Turm in der Abwehr zu den besten Akteuren auf dem Platz. Der Leitwolf in der jungen FCK-Mannschaft (Durchschnittsalter 22) nahm den Ronsberger Angriffsbemühungen immer wieder den Wind aus den Segeln. "Wir hatten uns mehr vorgenommen und sind jetzt natürlich deprimiert. Dennoch: Glückwunsch an den FC Kempten", brachte der Ronsberger Robert Magerl die Stimmung bei den tapferen Gästen auf den Punkt.

Der Tabellenzehnte forderte den Favoriten mehr, als diesem lieb sein konnte. Umso größer war die Freude bei FCK-Fans und Verantwortlichen. "Der Mannschaft war heute die Nervosität anzumerken. Sie hat sich diesen Erfolg hart erarbeitet. Unterm Strich ist das aber schöner, als ein klares 3:0", sagte der stellvertretende FCK-Vorsitzende Horst Böhm, der mit "Chef" Dr. Klaus Kometer zu den ersten Gratulanten gehörte. Meister-Trainer Stefan Dürr "genoss" derweil die obligatorische Bierdusche. "Sorry, aber ich kann jetzt noch gar nichts sagen", meinte der 43-Jährige, der im Zentrum der Jubeltraube stand, zum AZ-Reporter.

Gleich im ersten Anlauf hat der frühere FCK-Spieler, die Mannschaft zum Titel geführt - und die Hoffnung beim einstigen Bayernligisten zurück gebracht. "Der FC Kempten hat so ein tolles Stadion und leistet hervorragende Jugendarbeit. Der Verein gehört einfach in die Bezirksliga", sagte Klose, der sich durchaus vorstellen kann, dass "in zwei, drei Jahren auch mehr für uns möglich ist." Mit forschen Tönen ist man indes längst vorsichtig beim Traditionsverein, der noch vor vier Jahren kurz vor dem Aus aus wirtschaftlichen Gründen stand. Immerhin: "Die Altlasten unserer Vorgänger sind mittlerweile getilgt", sagte Böhm. Der FC Kempten habe finanziell wieder einen "kleinen Spielraum", um sich in der Bezirksliga zu halten. "Wir werden uns verstärken, aber sinnvoll", kündigte der sportliche Leiter Alex Methfessel an.

So soll Routinier Erhan Erden (30, Mittelfeld) vom Landesligisten TSV Kottern in der kommenden Saison für Kempten spielen und künftig gemeinsam mit seinem Bruder Ertan (27, Abwehr) auflaufen. Vor allem jedoch will der Verein auf seine eigenen jungen Spieler setzen, die das Gros der Mannschaft bilden. Gut möglich, dass auch der eine oder andere Rückkehrer eine Rolle spielt. So wie Sinan Yilmaz (24) dies heuer bereits tat. Der frühere FCK-Jugendspieler kehrte in der Winterpause vom VfB Durach zurück zu seinem Heimatverein. In bislang sieben Spielen gelangen im vier Treffer. Damit fügte er sich nahtlos ein in das Konzept von Trainer Dürr. "Einen richtigen Goalgetter hatten wir heuer nicht. Aber dafür etliche Spieler, die Tore gemacht haben", erklärt Klose.

Dürr habe der Mannschaft erfolgreich eingeimpft, nicht nur läuferisch, sondern auch spielerisch die Akzente zu setzen. Als Saison-Highhlights bleiben dem robusten Abwehrrecken das 3:0 in der Rückrunde gegen Verfolger FC Thalhofen und der 1:0-Sieg gegen den 1. FC Sonthofen II in der Hinrunde in Erinnerung. Das Spiel gegen Ronsberg ("die haben super gekämpft") erwähnte er trotz seines ganz persönlichen Triumphes nicht. Dabei bescherte es ihm und seinen Teamkollegen den bestmöglichen Saisonausklang: Das Duell beim TSV Altusried (Sa., 16. Mai) und das Heimspiel gegen den FC Immenstadt (Sa., 23. Mai, 15.30 Uhr) könne der FC Kempten "einfach nur genießen". Der Stadtklub ist zurück in der Bezirksliga. Auch wenn manch einer das noch immer nicht glauben kann....

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