Allgäu
FC Füssen bastelt weiter am Aufstieg

Füssen Eigentlich hätte alles so schön sein können. Im Jahr des runden Geburtstages hätten die Fußballer der ersten Mannschaft des FC Füssen ihrem Verein das größte Geschenk selber machen können. Doch sie stehen zum 90-jährigen Bestehen ihres Klubs mit leeren Händen da: Den Aufstieg in die Bezirksliga haben sie verpasst. Wieder einmal verpasst. Und so schreibt die Mannschaft eine ganz eigene Geschichte: eine des Scheiterns.

Den eigenen Ansprüchen hinken Verein und Mannschaft seit ihrem letzten, aber kurzen Gastspiel in der Bezirksliga, das vor sieben Jahren mit dem Abstieg endete, hinterher. Zweimal war Füssen seither nah am Aufstieg dran - beides Mal scheiterte man in der Relegation. Seine Ansprüche, die teils aus glorreichen Zeiten stammen, als Füssen noch in der fünfthöchsten Klasse auflief, hat der Klub nie korrigiert. Umso größer war die Hoffnung, als der FCF in der Winterpause der Vorsaison Platz zwei belegte. Am Ende blieb nur Rang vier - und mit ihm die Frage, warum es nicht mehr klappen mag. Denn in einem ist man sich beim FC einig: Die Stadt Füssen gehört in die Bezirksliga. Jedoch müsse sich einiges ändern.

«Momentan passen Anspruch und Einstellung allerdings nicht zusammen», kritisiert der Füssener Rekordtorschütze Helmut Schuster. Mit seinen Treffern hat der 57-Jährige zum Erfolg Füssens in den Siebziger Jahren beigetragen, ist vor drei Jahrzehnten mit dem FC in die Bezirksliga aufgestiegen. Schuster hat als Besucher der Spiele und ehemaliger Spieler tiefgehende Einblicke - als Stadtkämmerer jedoch eine weitere Perspektive dazugewonnen. «Der eine oder andere Spieler überschätzt sich», glaubt Schuster, dem die mannschaftliche Geschlossenheit fehlt. Denn die habe den FC Füssen zu seinen Zeiten stark gemacht.

Jeden Stein umdrehen

Kapitän Manuel Günes sieht das ähnlich: «Wir sind eine super Mannschaft, auf dem Platz aber passt es manchmal nicht zusammen.» Das weiß auch Vorsitzender Herbert Hiemer und nimmt seine Spieler in die Pflicht: «Der Wille war zwar da - die Energie in den Beinen aber hat gefehlt.» Hiemer fordert von seinen Spielern neuen Ehrgeiz, jeder müsse sich hinterfragen. Auch er werde das tun und zusätzlich jeden Stein im Verein umdrehen. Mit mehr Kontinuität im Jugendbereich sollen junge Spieler gehalten werden. Und auch in Sachen Infrastruktur muss und will man aufholen. «Alles geht aber nicht von heute auf morgen», so Hiemer und setzt auf eine nachhaltige Entwicklung. Nur so könne man die FC-Geschichte ändern.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ