Eiskunstlauf
Europameisterin Carolina Kostner ist zurück beim EC Oberstdorf

Mit ihrer vierten Goldmedaille bei einer Europameisterschaft ist Carolina Kostner (25) aus Sheffield/England zurückgekehrt. Der Erfolg der Italienerin ist ohne das Allgäu nicht vorstellbar: Vor zehn Jahren kam die Südtirolerin zu Trainer Michael Huth (42). Zwar kehrte sie dem Allgäu in der Saison 2009/2010 den Rücken und wechselte in die USA. Doch das Gastspiel dauerte nur ein Jahr.

Inzwischen ist"Caro", wie sie alle nennen, wieder zurück im Allgäu. Als "Vorbild für die Jugend" preist sie Harald Löffler, Vorsitzender des EC Oberstdorf. Die"gefühlte Oberstdorferin" (Bürgermeister Laurent Mies) dokumentierte ihre Verbundenheit mit der Wahlheimat nun auch offiziell: Sie ist neues Mitglied beim EC Oberstdorf. Im Interview mit unserer Zeitung spricht sie über:

Ihren vierten EM-Sieg Die Siegerehrung empfand Kostner erhebend wie nie zuvor. 'Wenn man einmal unten gestanden ist, erkennt man noch viel mehr, was es bedeutet, oben zu stehen. Zum ersten Mal habe ich das richtig Wert geschätzt und ich hatte das Verlangen, mich bei allen Menschen zu bedanken, die mir geholfen haben', sagt die Starläuferin, die sich nach schwierigen Zeiten zurückgekämpft hat.

Ihre Krise Beinahe hätte Kostner ihre Karriere schon beendet: Nach ihrem Olympia-Debakel mit Platz 16 in Vancouver wollte sie hinwerfen. Zu tief saßen Enttäuschung und Scham. Schließlich hatte Kostner Trainer Huth verlassen, um sich in Los Angeles/USA unter den Trainern Frank Carroll und Christa Fassi ihren Traum von der ersten Olympia-Medaille zu verwirklichen. Doch statt Gold gab’s Prügel.

Und zwar in den italienischen Medien. Drei Monate zog sich Kostner zurück. Dann klopfte sie zaghaft bei Huth an. Ihr Ex-Trainer empfing sie mit offenen Armen zurück in Oberstdorf. 'Hätte er ’nein’ gesagt, wäre meine Karriere zu Ende gewesen', sagt Kostner.

Ihre Ziele Bei der Weltmeisterschaft in Nizza/Frankreich (26. März bis 1. April) soll der große Coup gelingen. Dreimal schrammte die Eisprinzessin an ihrer WM-Krönung vorbei: Sie holte Silber (2008) und zwei Mal Bronze (2005, 2011). Derzeit tüfteln Kostner und Huth, ob sie bei der Kür auf Risiko oder Sicherheit gehen. Die letztgenannente Variante ist der Läuferin naturgemäß lieber: 'Ich bin eher nervös und sensibel im Wettkampf', beschreibt sie sich.

Ihr Karriereende Ob Kostner bis zu den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi/Russland weitermacht, ist ungewiss. Nach den Enttäuschungen in Turin und Vancouver sagt sie: 'Olympia ist bei mir mit einer bitteren Note verbunden. Ich will erst einmal diese Saison zu Ende laufen. Danach werde ich entscheiden. ’Nur’ teilnehmen will ich ungern.' Nach der Sportkarriere kann sich die Studentin (Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften) einen Job als Trainerin vorstellen.

Ihre Liebe Mehr noch als Olympia 2014 interessiert sie derzeit übrigens Olympia 2012. Bei den Sommerspielen in London startet ihr Freund, der italienische Leichtathlet Alexander Schwazer (27). In Peking wurde der Südtiroler Olympiasieger über 50 km Gehen. 'Vielleicht werde ich in London als Zuschauerin dabei sein', sagt Kostner

Die Flaute der Deutschen Bei der EM landete die einzige deutsche Einzelstarterin, Nathalie Weinzierl (Mannheim), auf Rang 22. Eine Spitzenläuferin vom Schlag einer Katharina Witt ist derzeit nicht in Sicht. 'Ich habe keine Ahnung, warum das so ist', rätselt Kostner.

An den Bedingungen kann es nicht liegen: Oberstdorf eigne sich hervorragend. Auch das Sportgymnasium, an dem sie Abitur machte, schätzt sie sehr. Der Anfang sei zwar schwer gewesen ('ich hatte viel Heimweh'), doch es war wohl der Willen, der Kostner von vielen deutschen Talenten unterscheidet: 'Ich hatte das Glück, dass ich als junges Mädchen gespürt habe, was ich wirklich wollte.'

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