Eishockey
ESVK behält die Nerven

Die Ex-Dresdner Petr Sikora und Daniel Menge haben ihre Kaufbeurer Joker am Freitagabend zum hart umkämpften Sieg bei den Dresdner Eislöwen geführt. Wie schon in der ersten Partie daheim setzten sich die Allgäuer auch diesmal mit 2:1 (0:0, 1:1, 0:0) nach Penaltyschießen durch.

Dabei brachte Sikora, der insgesamt sieben Jahre seiner Laufbahn an der Elbe gespielt hat und zu den Publikumslieblingen zählte, die Joker in der 32. Minute in Führung. Den entscheidenden Penalty verwandelte am Ende eines turbulenten Abends sein Sturmkollege Daniel Menge, der zweieinhalb Jahre in Dresden dem Puck hinterher jagte. «Das war ein absolutes Kampfspiel. Wir sind alle völlig platt, das ging an die Substanz», sagte ein ausgepumpter, aber glücklicher Menge nach der Partie. Dabei hatte Trainer Ken Latta seine Mannschaft taktisch gut auf die Dresdner eingestellt.

Mit aggressivem Forechecking störten sie sehr frühzeitig den Spielaufbau der Gastgeber und vor allem meldeten sie die Paradereihe der Eislöwen mit Sami Kaartinen, Patrick Jarrett und Jan Zurek über weite Strecken der Begegnung ab. «Wir wollten die erste Reihe ausschalten, das ist uns auch bis auf eine Ausnahme gut gelungen», freute sich Sikora, der allerdings zugab: «Es war sicher kein schönes Spiel, aber wichtig sind für uns die beiden Punkte.»

Tatsächlich erlebten die knapp 2000 Zuschauer ein sehr ausgeglichenes Spiel. Im ersten Drittel hatten die Hausherren die eine oder andere Chance mehr, doch Stefan Vajs erwies sich als sicherer Rückhalt. Im zweiten Abschnitt prüften dann Sikora und Menge (25.

) den Dresdner Goalie auf Herz und Nieren, doch auch Pasi Häkkinen gab sich vorerst keine Blöße. Nachdem Kaartinen in Unterzahl einen Konter gelaufen war, aber nicht verwerten konnte, schlug es im Gegenzug bei den Gastgebern ein. Sikora stand beim Powerplay lauernd am linken Pfosten, bekam die Scheibe von Mike Wehrstedt und netzte eiskalt ein. In der 38. Minute hatten Menge, Sikora und Körner sogar das 2:0 auf dem Schläger, doch sie scheiterten mit ihren Schüssen an Häkkinen.

47 Sekunden vor der zweiten Pausensirene entzog sich dann aber die Dresdner Top-Reihe ihren Bewachern und Zurek nutzte die Chance zum Ausgleich. Weil Schiedsrichter Ramin Yazdi anfangs sehr viel laufen ließ, wurde die Partie im letzten Drittel noch hitzig und ein wenig schmutzig.

Unrühmlicher Höhepunkt: Weil einige Zuschauer mit den Entscheidungen des Schiris nicht einverstanden waren, begossen sie die Kaufbeurer Trainerbank mit Bier, auch Latta bekam eine volle Dusche über den Kopf. Ordnungskräfte waren weit und breit nicht zu sehen. In der Verlängerung hatten die Joker durch Bernhard Ebner (verfehlt die leere Ecke) und Daniel Menge (trifft nur das Außennetz) zwei Hundertprozentige, die sie aber nicht nutzen konnten.

Beim Penaltyschießen trat zuerst Sikora an. Das Schlitzohr verzögerte lange, kam aber nicht an Häkkinen vorbei. Doch weil der Finne sein Gehäuse verschob, wurde völlig zu Recht auf technisches Tor entschieden.

Während anschließend Zurek scheiterte, verwandelte Menge seinen Penalty sicher und als danach auch Jarrett nicht traf, liefen die Joker jubelnd aufs Eis und feierten die beiden Punkte. «Wir haben die ganze Woche darüber geredet, wie wir das Spiel angehen wollen. Die Jungs wussten genau, was zu tun war und haben das hervorragend umgesetzt», lobte Latta die Mannschaftsleistung und setzte hinzu: «Wir sind auf einem guten Weg.» Eislöwen-Trainer Thomas Popiesch meinte: «Uns fehlte die Aggressivität. Wir waren nicht konsequent und bissig genug vorm Tor.»

Der goldene Torschütze Menge freute sich: «Früher in Dresden war ich kein guter Penaltyschütze. Super, dass es diesmal geklappt hat. Es ist toll, beim Tabellenzweiten zwei Punkte mitzunehmen.»

 

Die Matchwinner hatten Grund zur Freude (von links): Torschütze Petr Sikora, Vorlagengeber Mike Wehrstedt und Penaltyschütze Daniel Menge. Archivfoto: Mathias Wild

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen