Fußball
Ersatzgeschwächter FC Memmingen sichert sich torloses Remis gegen Titel-Mitfavorit Großaspach

Die Welt des Fußballs ist eine mitunter wundersame. Da scheint derzeit über Regionalligist FC Memmingen eine Art Fluch zu liegen, denn jede Woche fallen weitere Stammspieler wegen Verletzung aus. Nach Stefan Zobel, Mario Schmidt, Ejnar Kahric und Candy Decker hat es nun auch Daniel Böck erwischt. Gut möglich, dass irgendwann Trainer Esad Kahric wieder in die Fußballschuhe schlüpfen muss. Ohne 'Fünf' gegen Titelmitfavorit SG Sonnenhof Großaspach: Wer da auf etwas anderes tippt als einen klaren Gästesieg, begibt sich auf brüchiges Eis. Was aber passierte in der Memminger Arena vor knapp 1000 Zuschauern? Die Hausherren ließen 90 Minuten lang kein Gegentor zu und sicherten sich beim 0:0 zumindest einen Punkt.

Gewiss, den mit Abstand gepflegteren Fußball bot der Rangzweite aus der Nähe von Heilbronn. Die Memminger hingegen praktizierten in etwa das, was man aus England als 'Kick and Rush' kennt. Die Abwehrspieler Benjamin Sturm, Dominik Bobinger oder Matthias Bader hielten sich bei Ballbesitz nicht lange damit auf, einen freien Mann im Mittelfeld zu suchen, sondern überbrückten diesen Mannschaftsteil mit weiten Pässen nach vorne.

Dort vertrauten Andreas Hindelang und Christoph Mangler darauf, dass ihnen der Ball irgendwann maßgerecht auf den Fuß fällt. Fußball fürs Auge funktioniert anders.

Tribünengast Markus Sorg

Aber das Wundersame an diesem Samstagnachmittag: Nach 90 Minuten waren die Techniker aus Großaspach genauso weit wie die Kahric-Schützlinge, sodass Gästetrainer Alexander Zorniger resümierte: 'Das Unentschieden geht in Ordnung.'

Ein prominenter Tribünengast ging noch einen Schritt weiter. 'Die Memminger hatten mehr und bessere Chancen', urteilte Markus Sorg, der Anfang des Jahres entlassene Trainer des SC Freiburg. Sorg wohnt mit seiner Familie in Ulm, pflegt eine gute Bekanntschaft mit Kahric und hatte mal wieder Lust auf Regionalliga-Fußball.

Das haben offensichtlich auch die jungen Spieler im Team des FCM, die nach den Ausfällen der Stammspieler plötzlich in der Anfangsformation stehen. Zum Beispiel Christoph Mangler. Schnelligkeit, Wendigkeit, den Blick für die entscheidende Situation vor dem Tor – all das zeichnet den 22-Jährigen aus und bescherte ihm zuletzt zwei Einträge in die Torschützenliste.

Dieses Mal aber ging er leer aus, obwohl er nach einer halben Stunde alleine auf Torhüter Knett zusteuerte. 'Ich hatte den Ball auf meinem schwächeren linken Fuß', fand Mangler eine Erklärung, warum er statt ins Netz nur die Torhüterbeine getroffen hatte. Es war nicht seine einzige Chance, doch am Samstag fehlte ihm das entscheidende Quäntchen Glück.

Trainer Kahric lobte ihn trotzdem: 'Christoph spielt eine gute Rückrunde und ist momentan gefährlicher als Andi Hindelang.'

Grätschen und dagegenhalten

Ein anderer, der die Gunst der Stunde zu nutzen sucht, ist Mittelfeldspieler Nikolas Berchtold. Dem früheren Babenhausener gelang vor der Winterpause der Sprung ins Team. Am 23-Jährigen lässt sich wohl am besten der momentane Stil des FCM festmachen. 'Ich bin nicht der große Techniker', gesteht Berchtold. Sondern eher der Typ fürs Rustikale: rennen, grätschen, Zweikämpfe gewinnen, dagegenhalten.

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