Kaufbeuren
Einmal Füssen und zurück

Im Eishockey ist es wie bei einem Unternehmen: Ein Azubi - oder eben ein Eigengewächs - hat es immer schwer, aus dieser Rolle herauszuwachsen. «Du bleibst einfach der Stift», erklärt Florian Bindl. Das war auch ein Grund für den gebürtigen Garmischer, der alle Nachwuchsmannschaften beim ESV Kaufbeuren durchlief, 2005 eine neue Herausforderung zu suchen. «Das war ein wichtiger Schritt, um mich weiter zu entwickeln», sagt der 25-jährige Verteidiger. Dass er diese Herausforderung ausgerechnet beim Erzrivalen EV Füssen fand, hatte einen ganz besonderen Reiz: «Man muss sich schon viel anhören, aber ich lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage.»

Nach vier Jahren in Füssen, in denen Bindl eine glänzende Entwicklung nahm und zuletzt sogar Kapitän war, kehrte er im Sommer zurück nach Kaufbeuren. «Der ESVK war für mich immer ein Thema. Und jetzt war der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt. Ich sehe hier in der zweiten Liga eine tolle Herausforderung», so der Abwehrspieler.

Jahresurlaub geopfert

Um optimal vorbereitet in die Saison zu gehen, opfert Bindl, der als Elektromechaniker tätig ist, sogar seinen Jahresurlaub: «Meine zwei Wochen Sommerurlaub verbringe ich im Eisstadion.» Lachend fügt er hinzu: «Aber alle Urlaubstage konnte ich nicht nehmen, die brauche ich ja noch für die weiten Auswärtsfahrten.

» Obwohl er in den vergangenen Jahren auch auf eine stolze Punktausbeute kam, bezeichnet sich Bindl selbst als «stay-at-home-Verteidiger» (Abwehrspieler, dessen Hauptaugenmerk in der Defensivarbeit vor dem eigenen Tor liegt): «Es ist einfach das beste Gefühl, einen Stürmer mit einem guten Check zu erwischen.»

Im Moment spielt der Rückkehrer an der Seite von Mats Lindmark: «Ein unglaublich starker Spieler, von dem ich auch noch sehr viel lernen kann», meint Bindl. Als große Stärke der Latta-Truppe hat er bereits den Teamgeist ausgemacht: «Wir haben eine gute Mischung aus Führungsspielern wie Ekblad, Sikora oder Lindmark und jungen Leuten - das ist oft mehr wert als nur gute Einzelspieler oder zu viele Häuptlinge.»

Neben dem Zusammenhalt wird es laut Bindl vor allem auf die Disziplin ankommen: «Wenn wir gut in Über- und Unterzahl spielen und von der Strafbank wegbleiben, dann können wir die Play-offs schaffen.» Und das sei ja schließlich der Grund, warum sich die Akteure den ganzen Sommer über im Kraftraum oder auf der Tartanbahn quälen.

Mit seiner Siegermentalität («Ich hasse es zu verlieren.») und seiner beeindruckenden Zweikampfstärke will Bindl sich in der höheren Spielklasse als Leistungsträger etablieren. Der Lieblingsplatz des Neuzugangs - neben dem Eisstadion - ist derzeit übrigens die heimische Couch: «Für Hobbys bleibt momentan kaum Zeit oder Energie», erzählt er.

Auf dem Weg zur Führungskraft

Denn seine Energie investiert Bindl, der Azubi von einst, in sein Bestreben, beim ESVK eine Führungskraft zu sein. Und wer weiß: Vielleicht hat er ja bald auch bei den Jokern ein A wie Abteilungsleiter oder sogar ein C wie Chef vom Dienst auf der Brust.

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