Heimenkirch
«Ein sportliches Missverständnis»

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Der TSV Heimenkirch und seine Trainer - eine unendliche Geschichte. Wenige Tage vor Saisonstart in der Kreisliga A hat Karsten Krannich (44) nach nur sechs Monaten sein Amt niedergelegt. «Es war ein sportliches Missverständnis», sagt der Ex-Zweitligaspieler kurz und knapp. Er will nun vorerst eine Fußballpause einlegen.

«Wir wollten den Spielern etwas mehr bieten als in der Kreisliga A üblich», sagt Krannich. Etwas mehr Aufwand, viele Trainingseinheiten, viele Testspiele, zwei Trainingslager in Heimenkirch - doch leider hätten die Spieler nicht so mitgezogen wie er es sich erhofft hatte. «Beim Trainingsauftakt am 13. Juli waren es 14 Spieler - und zwar aus beiden Mannschaften», berichtet Krannich vom ersten Rückschlag. Das hätte sich wie ein roter Faden durch die Vorbereitung gezogen. Ständig hätten Spieler gefehlt. Offenbar war ihnen der Aufwand (fünf fußballfreie Tage in fünf Wochen) zu hoch. «Die hatten den Trainingsplan seit Mitte Mai. Da war noch alles super. Niemand hat etwas gesagt», ist er enttäuscht. Als die Mannschaft schließlich einen Tag vor Beginn des zweiten Trainingswochenendes bat, dieses zu streichen, habe er sich zu seinem Rücktritt entschlossen.

Die Gründe seien rein sportlich - denn auf der menschlichen Ebene sei er mit den Spielern prima klar gekommen. «Ich habe mich in Heimenkirch sehr wohl gefühlt», sagt er.

«Es ist schade, dass Karsten keinen längeren Atem gehabt hat», findet Fußball-Abteilungsleiter Axel Wagner. Er darf sich nun nach einem neuen Übungsleiter umsehen. Bis dahin übernimmt Co-Trainer Sven Bernhard das Amt beim letztjährigen Tabellensiebten. Er wäre eigentlich nur für die 2. Mannschaft vorgesehen gewesen. Der 28-Jährige ist ein Heimenkircher Eigengewächs, hat zwischenzeitlich auch beim FC Wangen gespielt und konzentriert sich seit einiger Zeit auf seine Trainerlaufbahn. Derzeit macht er seine Trainerausbildung beim WFV. Mit Bernhard sei klar abgesprochen, dass der Verein einen neuen Cheftrainer sucht.

«Ich denke positiv und hoffe, dass ich diese Woche noch einen Neuen präsentieren kann», sagt Wagner.

Ihm sei allerdings klar, dass das Angebot auf dem Markt derzeit eher überschaubar sei. «Außerdem ist die Attraktivität des TSV Heimenkirch schwer zu vermitteln, wenn du all halbes Jahr einen neuen Trainer brauchst», ist sich der Abteilungsleiter bewusst und räumt ein, auch selbstkritisch innerhalb des Vereins nach Ursachen dafür suchen zu wollen. «Vielleicht sind ja auch unsere Ansprüche zu hoch?», sagt er und spielt damit wohl auch auf die Aufstiegsträume an, die am Rehwinkel in der Vergangenheit angesichts hochkarätiger Trainer und starker Einzelspieler immer mal wieder aufgetaucht sind - zumindest hinter verschlossenen Türen.

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