Trauerfeier
Ein bewegender Abschied für Robert Dietrich in Kaufbeuren

Fast 1000 Menschen kommen in das Kaufbeurer Eisstadion, um gemeinsam des verstorbenen Eishockey-Nationalspielers Robert Dietrich zu gedenken. In der Deutschen Eishockey-Nationalmannschaft wird ein Trikot mit der Nummer 20 nie mehr vergeben werden.

Als auf der Videoleinwand Fotos von Robert Dietrich gezeigt wurden, wischten sich Hunderte die Tränen aus den Augen. Die Menschen auf den Rängen des Kaufbeurer Eisstadions blickten hinunter auf den Sarg des verstorbenen Eishockey-Nationalspielers.

'Viele von uns haben zurückliegende Wochen in Jubel und Heiterkeit mit ihm verbracht', sagte Uwe Harnos, Präsident des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB), in seiner Rede zum Gedenken Dietrichs und drückte damit die Fassungslosigkeit aus, die im Stadion herrschte.

Bei einer bewegenden und mehr als einstündigen Trauerfeier haben gestern fast 1000 Verwandte, Freunde, Weggefährten und Fans Abschied vom 25-Jährigen genommen, der am 7. September mit seinem Team, dem russischen Erstligisten Lokomotive Jaroslawl, auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel mit dem Flugzeug abgestürzt und ums Leben gekommen war.

Der Sarg Dietrichs war während der Gedenkfeier in der Mitte des Stadions aufgebahrt, in dem der Nationalspieler schon als Fünfjähriger zum ersten Mal auf Schlittschuhkufen gestanden hatte, beim ESV Kaufbeuren.

Den steilen Weg nach oben – vom Allgäu über Nordamerika zurück in die Deutsche Eishockey-Liga – zeichnete der Sportdirektor des DEB, Franz Reindl, auf. Alle Nachwuchsnationalmannschaften Deutschlands hat Dietrich durchlaufen, im Februar 2007 in Ingolstadt gegen Slowenien schließlich sein erstes Länderspiel bei den Senioren bestritten.

'Er war dabei immer ein stolzer Nationalspieler. Herausragend, sympathisch, leidenschaftlich und einer, der sehr viel Talent hatte', so Reindl weiter. Kurz gesagt: Dietrich sei ein 'Top- Sportler' gewesen.

Die 20 wird nicht mehr vergeben

Und um die Verdienste des Verteidigers gebührend zu würdigen, kündigte der Sportdirektor an, die Rückennummer 20, die Dietrich stets getragen hat, nie mehr an einen anderen Nationalspieler zu vergeben.

Als verstärkende Geste legten Mannschaftskapitän Michael Wolf und Mitspieler Frank Hördler die beiden Originaltrikots Dietrichs – eins in Schwarz, eins in Weiß – auf dem Sarg nieder, dazu ein Kondolenzbuch mit gesammelten Einträgen aus aller Welt. DEB-Präsident Harnos bescheinigte Dietrich eine 'nachhaltige Sympathie', sportlich wie menschlich.

'Sein Leben war der Eishockeysport. Dafür hat er alles gegeben', so Harnos weiter. Im kirchlichen Teil der Trauerfeier sprach Kaufbeurens evangelischer Stadtpfarrer Thomas Kretschmar. Er habe den 25-Jährigen nur einmal kurz bei einem von dessen Besuchen in der Heimat getroffen.

Lange Schlangen vor dem Kondolenzbuch

'Aber er hat mit seiner menschlichen und freundlichen Art alle in seinen Bann gezogen', so der Geistliche weiter. Dass Dietrich dies an allen seinen sportlichen Stationen gelungen ist, wurde schon vor Beginn der Verabschiedung deutlich:

Vor einem Kondolenzbuch, das auf einem Tisch außerhalb des Stadions ausgelegt war, bildeten sich lange Schlangen. Unter anderem trugen sich in das Buch auch Eishockey- Legende Erich Kühnhackl und Alexander Sulzer, Verteidiger bei den Vancouver Canucks in der NHL, ein.

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