Drei Punkte und ein Sorgenkind

Von Stefan Drescher
| Kaufbeuren Wie heißt es so schön: «Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss.» Die ESV Kaufbeuren scheint sich diesen Spruch zum Motto der noch jungen Oberligasaison gemacht zu haben. Zwar gab es mit dem 4:2-Erfolg der Joker über die Deggendorf Fire den fünften Sieg in Folge, auf große Glanzpunkte ihrer Mannschaft mussten die knapp 1400 Zuschauer im Stadion in einer niveauarmen Oberligapartie jedoch weitgehend verzichten.

Wie bereits zum Beginn des Wochenendes beim Derby in Landsberg verzichteten die Joker auch am Sonntag darauf, ihr überlegenes Spiel zählbar in Tore umzumünzen und den nunmehr Tabellenletzten aus Niederbayern verdient aus der Halle zu schießen. «Wir haben im ersten Drittel ganze 25 Mal aufs gegnerische Gehäuse geschossen, aber keinen einzigen Treffer erzielt», fasste ESV-Trainer Marcus Bleicher die ernüchternde Bilanz in Zahlen. «Letztlich haben wir zwar vier Tore erzielt, aber ein bisschen mehr sollte schon drinnen sein. Ich hätte nichts dagegen und die Zuschauer bestimmt auch nicht.»

Einer der eigentlich für das Thema Tore zuständig wäre, scheint nach wie vor in einer sportlichen Krise zu stecken. Lustlos, ohne Einsatz und mit ernüchternder Körpersprache zog Jordan Webb seine Kreise auf dem Eis und setzte damit den absteigenden Trend der vergangenen Wochen fort. Er nährte die Befürchtungen zahlreicher Fans, dass die Trennung von seinem letztjährigen, kongenialen Sturmpartner Rob McFeeters der Grund für den Leistungsabschwung des als sensibel bekannten Kanadiers sein könnte. An diesem Eindruck wollte auch der erste Saisontreffer des Kanadiers zum zwischenzeitlichen 2:1 nichts ändern.

Von einem Infekt geschwächt

Die Erklärung für die dürftige Leistung Webbs an diesem Abend lieferte schließlich Bleicher auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: «In der zweiten Drittelpause habe ich erfahren, dass Jordan an einem Infekt leidet. Von da an habe ich ihn etwas geschont.» Der Stürmer selbst zeigt sich über seinen Gesundheitszustand verwirrt: «Ich habe heute Abend wirklich schlecht gespielt, aber ich fühle mich momentan einfach schwach und kraftlos. Ich weiß nicht, was es ist. Seit Samstag nehme ich Antibiotika.»

Dem Gerücht um seine sportliche Unzufriedenheit erteilt der Kanadier jedoch eine klare Abfuhr: «Es ist mir egal, mit wem ich zusammen spiele. Die Trainer haben in den bisherigen Partien ihre Reihen mit einer guten Mischung gefunden. Derek Switzer und ich spielen sehr gut zusammen.

» Und dass der Kandier eigentlich auch an Switzers Seite Tore schießen kann, zeigte die Vorbereitung, als Webb auf eine vielversprechende Bilanz von elf Treffern kam. «Das ist eben Eishockey. Momentan fehlt mir einfach das Glück, was ich damals noch hatte», versucht Webb seine Situation zu erklären.

Bleicher gibt sich teilweise verständnisvoll: «Er ist eben ein phlegmatischer Kerl. Es könnte schon etwas mehr von ihm kommen, aber man muss einfach Geduld haben.» All jenen, die darauf hoffen das Duo «McWebb» in naher Zukunft wieder vereint stürmen zu sehen, erteilte der Trainer schon im Voraus eine Absage: «Solange wir weiter gewinnen werde ich nicht umstellen. Alle drei Reihen schießen ihre Tore, nur das ist wichtig. Das Kollektiv zählt, nicht ein einzelner.»

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