Dramatische Partie

Memmingenl mz, maj l Es war zum Schluss eine an Dramatik kaum zu überbietende Vorstellung - mit einem Happy End für die Gäste aus Peißenberg. Innerhalb von wenigen Sekunden war dabei auf den Rängen Enthusiasmus in Enttäuschung umgeschlagen: Denn vor mehr als 1000 Fans zog Eishockey-Bayernligist ECDC Memmingen aufgrund individueller Fehler mit 3:4 (0:2; 1:0; 2:2) gegen den TSV Peißenberg den Kürzeren und ist nun Neunter. Das Siegtor für den Gegner fiel - wie schon in Dorfen - etwa 25 Sekunden vor der Schlusssirene.

«Zugegeben, es war zum Schluss glücklich», resümierte Peißenbergs Trainer Norbert Strobl, befand aber, dass seine Mannschaft durchaus verdient die Punkte vom Hühnerberg entführt habe. Was Memmingens Coach Tomas Pokorny überhaupt nicht nachvollziehen konnte: «Ich habe wohl ein anderes Spiel gesehen. Ich zumindest habe total überlegene Indians gesehen, die sich bei den Gegentoren aber sehr ungeschickt angestellt haben.» Schon die allererste Möglichkeit für den Gegner führte prompt zum Gegentor: Alexander Wedl hatte in eigener Überzahl schlampig abgespielt. Thomas Maier schloss den Konter ab und traf zum 0:1. So zumindest entschieden die Unparteiischen. Denn sowohl die Indians als auch zahlreiche Zuschauer hatten den Puck nicht hinter der Linie gesehen.

Nur wenige Augenblicke später musste ECDC-Goalie Marc Pethke erneut hinter sich greifen: Wieder war es Maier, der nach einem gewonnenen Bully sofort abzog und den Memminger Keeper mit dem 0:2 (13.) überraschte.

Das versetzte die Indians für längere Zeit in eine Art Schockstarre. Bis zur 32. Minute: Wieder war es Maier, der einen ECDC-Fehler nutzte, auf und davon ging - und kurz hinter der Mittellinie unsanft gebremst wurde. Zum Entsetzen der Memminger entschieden die Referees auf Penalty - taten ihnen damit aber indirekt sogar einen Gefallen: Pethke parierte den Versuch von Marek Pospisil - und ein spürbarer Ruck ging durch die ECDC-Reihen und die Ränge.

Nun war richtig Stimmung in der Bude. Und Martin Löhle traf in Überzahl zum 1:2 (40.). Auch nach dem zweiten Wechsel ergriffen die druckvollen Indians die Initiative. Der Lohn war der Ausgleich nach 47 Minuten: Löhle stand goldrichtig und hämmerte aus kürzester Distanz zum Ausgleich ein. Der Jubel der begeisterten Fans kannte keine Grenzen, als Löhle nur zwei Minuten später das 3:2 folgen ließ.

Aussetzer der Routiniers

Doch dann schlugen sich die Indians, die das Spiel bravourös gedreht hatten und nun eindeutig auf der Siegerstraße waren, selbst: Erst musste Martin Valenti nach einem völlig überflüssigen Check von hinten gegen die Bande mit einer Zehn-Minuten-Strafe vorzeitig zum Duschen. Die Unterzahl führte zum 3:3-Ausgleich.

Dann leistete sich Routinier Wedl den nächsten Aussetzer, für den er zwei Minuten vor dem Ende auf die Strafbank wanderte. Der negative Höhepunkt schließlich: Als sich alle schon auf ein Penaltyschießen eingestellt hatten, vertändelte Martin Jainz im eigenen Drittel gegen Pospisil die Scheibe. Der Peißenberger bedankte sich - und markierte 22 Sekunden vor dem Ende das 3:4

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