Triathlon
Die Zuschauer «tragen die Läufer nach Hause»

3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, dazu am Ende noch ein Marathon mit 42,2 Kilometer Länge. Die «Challenge Roth», Triathlon über die Langdistanz, ist für alle Teilnehmer eine große Herausforderung. Mit dabei war der Lindenberger Florian Schneider vom Team Rradsport Greiner. Er schildert in seinem Erlebnisbericht seine Erfahrungen:

<< Um einen der rund 3800 Startplätze zu ergattern, musst Du schnell sein. Knapp ein Jahr zuvor werden sie per Internet freigegeben. Innerhalb weniger Tage sind alle vergeben. Dann vergeht die Zeit mit dem Blick auf Training und den Wettkampf. Immer in der Hoffnung, nicht krank zu werden und genügend trockene Wochenenden zu erwischen, um die Radtrainingsumfänge zu schaffen.

Das Wettkampfwochenende beginnt. Anfahrt Samstagmittag, anschließend in eine Menschenschlange einreihen, um die Startunterlagen entgegenzunehmen. Startnummern anbringen und das Rad auf den für mich vorgesehenen Platz einstellen. Grob hochgerechnet stehen hier mit meinem Rad weitere zwölf Millionen Euro an Fahrrädern.

Anschließend noch ein paar möglichst leicht verdauliche Kohlenhydrate beim Abendessen und ab in die Unterkunft, in der Hoffnung, ein paar Stunden << normal >> schlafen zu können.

4 Uhr aufstehen, Frühstück, Fahrt zum Schwimmstart. Bei 3800 Startern und erwarteten 150000 Zuschauer sollte genügend Zeit eingeplant sein. Mein Schwimmstart ist um 6.30 Uhr. Vorher noch mal schnell auf die Toilette. Da bin ich aber nicht der einzige, der eines der hier heiß begehrten << Dixi >> Toiletten aufsucht.

Aufgrund meiner oft laufenden Nase habe ich mich immer wieder ums Schwimmtraining gedrückt. Das muss ich nun beim Schwimmen mit einer Zeit von knapp 1 Stunde 16 Minuten büßen. Wadenkrämpfe beim Wechsel zum Radfahren. 2.51 Minuten benötige ich. Auf dem Rad macht sich mal wieder der Magen unangenehm bemerkbar, die Nase ist vom Schwimmen komplett dicht.

So hält sich der Spaß auf den ersten 100 Radkilometern in Grenzen. Auch das enge Spalier mit weit über 100000 Menschen am Solarer-Berg in Hilpoltstein kann da nur wenig motivieren. Soll ich so wirklich auf die Laufstrecke? Ein Kampf mit mir, dem inneren Schweinehund beginnt. Ist aussteigen eine Option? Zum Glück hat sich mein Magen etwas beruhigt und die Enery-Gels gut vertragen. Sie geben neue Kraft. OK, ins Ziel komme ich, wahrscheinlich nicht in der erhofften Endzeit, aber << finishen >>, heißt das Ziel.

Nach einer passablen Radzeit von 4.50 Stunden geht es auf die Laufstrecke. Mein Magen meldet sich wieder. Die schon seit dem Morgen etwas verkrampfte Muskulatur verkürzt meine Schritte. Es gelingt mir nicht, richtig Geschwindigkeit aufzubauen. Auf der Laufstrecke sehe ich in viele Gesichter.

Etlichen geht es so wie mir. Die vielen Zuschauer und freundlichen Helfer << tragen dich nach Hause >>. Das ist das Besondere in Roth: Der ganze Landkreis trägt den Wettkampf mit. Jeder Athlet spürt den Leitspruch: Willkommen in der Challenge Family - we are triathlon.

Schließlich laufe ich nach 3.38 Stunden auf der Marathonstrecke in das eigens gebaute Stadion in Roth ein. Endzeit: 9.47 Stunden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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