Beachvolleyball
Die U17-Volleyballerinnen des TV Lindenberg stellen ihre Sportart vor

Beachvolleyball ist eine der actionreichsten Sportarten bei den Olympischen Spielen: Zwei gegen Zwei, harte Aufschläge, trickreiche Angriffe, artistische Hechtsprünge im Sand – meist geht es hin und her. Die Sportart entwickelte sich in den 1920er Jahren in den USA als Variante zum herkömmlichen Volleyball in der Halle und erfreut sich auch hierzulande großer Beliebtheit. Ob im Freibad oder am Baggersee – für viele gehört das Spiel im Sand zum Sommer dazu wie das Eis und die Sonnencreme.

Michael Merk (28) spielt seit seiner Kindheit Volleyball und ist seit drei Jahren Jugendtrainer beim TV Lindenberg. Im Sommer trainiert er zusammen mit seiner Mannschaft, der weiblichen U17, wann immer es geht auf dem Sandplatz im kürzlich erst sanierten städtischen Stadion in der Austraße.

Wir haben ihn gebeten, die wichtigsten Grundregeln, Tipps und Tricks zusammenzustellen, damit Freizeitsportler beim Beachvolleyball im Freibad eine möglichst gute Figur abgeben.

Spielfeld: Die Sandplätze sind kleiner (8 x 16 Meter) als in der Halle (9 x 18). Die Netzhöhe liegt bei 2,43 Metern für Männer und 2,24 Metern für Frauen, beim Mixed in der Regel dazwischen. 'Im Freibad oder am See sind oftmals aber nicht die offiziellen Höhen oder Abmessungen gegeben', sagt Merk.

Eine Netzberührung ist automatisch ein Fehler und gibt einen Punkt für den Gegner, es ist jedoch erlaubt, unterm Netz hindurch in das gegnerische Feld zu treten, solange kein Gegner behindert wird. Die Linie gehört noch zum Spielfeld dazu.

Ball: Er ist mit einem Umfang zwischen 66 und 68 Zentimetern etwas größer als ein Hallenball, weist aber weniger Druck auf und ist weicher. 'Alles, was kein Gummiball ist, ist halbwegs brauchbar', findet Merk. In Sportgeschäften gibt es eine Vielzahl an Varianten. Die gängigsten Bälle sind von den Herstellern Mikasa (auch bei Olympia im Einsatz) oder Molten.

Zählweise: Wenn eine Mannschaft den Ball nicht ordnungsgemäß zurückspielen kann, erhält der Gegner einen Punkt – egal, wer gerade Aufschlag hat. Gespielt wird auf zwei Gewinnsätze. Die ersten beiden gehen bis 21, ein mögliches Tiebreak (Entscheidungssatz) bis 15.

Mannschaftsstärke: Zwei gegen Zwei – das ist die klassische Variante. 'Die Aufteilung des Feldes ist dadurch einfach, aber man muss viel laufen, was im Sand anstrengend sein kann', sagt Merk. Notfalls gehen auch bis zu vier Spieler pro Mannschaft. Mehr sollten es aber nicht sein, da sich die Spieler sonst gegenseitig den Platz wegnehmen.

Technik: Die bekanntesten sind Baggern und Pritschen. Allerdings gilt beim Beachvolleyball: Pritschen ist verboten, um den gegnerischem Aufschlag anzunehmen oder den Ball übers Netz zu spielen.

Allgemein gilt: 'Der Ball darf nicht über das Netz gelegt oder gelobbt werden.

Es muss eine Schlagbewegung erkennbar sein', ergänzt Merk. Deshalb haben sich eine Vielzahl von Spezialtechniken entwickelt. Eine davon ist das Poken: Der Spieler macht eine Faust, streckt aber den abgeknickten Zeige- und Mittelfinger ab.

Mit deren Knöcheln kann der Ball hart und platziert gespielt werden. 'Das ist ungewohnt und tut am Anfang weh, aber wenn man eine richtig harte Hand macht, bekommt man sogar Aufschläge über das Netz', sagt Merk. Wichtig ist, dass man beim Poken den Ball mit ausgestrecktem Arm anspielt. Die Kraft kommt aus den Schultern heraus.

Fußeinsatz: Es ist erlaubt, beim Beachvolleyball das Spielgerät per Fuß oder Kopf zu spielen. 'Alle Körperteile, solange es sich um eine einfache Berührung handelt', so Merk.

Allerdings: Fußberührungen sind im Vereinstraining des TV Lindenberg verpönt. 'Wer das macht, den lass’ ich zehn Liegestütze zur Strafe machen', sagt der Trainer.

Wetter: Wind und Sonne können den Spielausgang erheblich beeinflussen. Hier gibt es richtig gemeine Tipps, mit denen man sich Vorteile verschaffen kann: 'Beim Aufschlag so hinstellen, dass der gegnerische Spieler geblendet wird', sagt Merk beispielsweise. Könner spielen ihre Aufschläge als Skyballs – also mehrere Meter in die Luft gespielte Bälle, die in hohem Bogen in die gegnerische Hälfte sausen.

Sie sind bei Sonne schwer einzuschätzen und werden manchmal auch vom Wind verwehr, sodass der Gegner sie nicht richtig annehmen kann.

Ausrüstung: Gespielt wird natürlich barfuß. Merk empfiehlt außerdem eine Sonnenbrille. Mütze oder Kopftuch als Sonnenschutz sind empfehlenswert, solange sie beim Spielen nicht hinderlich sind. Wichtig: Gut eincremen, aber die Sonnencreme erst einziehen lassen, ehe man Bekanntschaft mit dem Sand macht. Ausreichend Trinkpausen sollten beim Spiel in der prallen Sonne selbstverständlich sein.

Alter: 'Beachen ist vom Kind bis um Greis eigentlich für jeden geeignet, der sich bewegen kann und will', sagt Merk. Allerdings schränkt er ein, dass die gängigen Netzhöhen erst geeignet sind für Mädchen und Buben ab der 7./8. Klasse. Für Kinder empfiehlt er, einfach eine Schnur in angemessener Höhe zu spannen, beispielsweise zwischen zwei Bäume.

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