Kaufbeuren
«Die Konstellation mit München ist grandios»

Klaus Habermann hat großen Anteil am derzeitigen Höhenflug des ESV Kaufbeuren. Dank seiner schier unerschöpflichen Kontakte hat er gemeinsam mit Coach Ken Latta ein Team für die zweite Eishockey-Bundesliga zusammengestellt, das heute mit einem Heimsieg gegen Spitzenreiter München (Beginn 19.30 Uhr, siehe auch Allgäu-Sport) selbst wieder Tabellenführer werden könnte. Wir haben mit dem Sportlichen Leiter vor dem Schlagerspiel und der Partie am Sonntag beim Tabellenvierten Bietigheim Steelers (18 Uhr) gesprochen.

Wie fällt ihr bisheriges Saisonfazit aus?

Habermann: Es war ganz wichtig, dass wir nach den vielen Ausfällen in der Vorbereitung komplett in die Saison gehen konnten. Die Mannschaft hat sich mit ihrem Charakter viel Kredit erspielt. Es ist schön, dass es eine richtige Eishockey-Euphorie in Kaufbeuren gibt. Gleichzeitig wissen wir alle, dass es auch ganz schnell wieder anders aussehen kann.

Um einige Verpflichtungen wurde im Vorfeld durchaus kontrovers diskutiert. Wie sind Sie mit den Neuen zufrieden?

Habermann: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Für das Team ganz wichtig war die Verpflichtung von Jakub Körner, die mit großer Hilfe der Fans und dank dem Willen des Vorstands erst möglich wurde. Natürlich fehlt Go Tanaka, der noch immer nicht topfit ist, noch die Feinabstimmung in seiner Reihe. Aber das wird kommen. Mats Lindmark hat obligatorisch in den ersten Wochen Probleme. Mike Wehrstedt bringt genau das, wofür wir ihn geholt haben: Er ist sich für nichts zu schade und schießt wichtige Tore. Im Tor haben wir Licht und Schatten gesehen, mit mehr Licht allerdings. Das sind aber junge Leute, die Fehler machen dürfen und einfach Zeit brauchen.

Hat sich die Zielsetzung durch den vielversprechenden Start geändert?

Habermann: Unser Ziel bleibt der Klassenerhalt und so muss das auch sein. Ich will gar nicht tiefstapeln, aber wir haben einen dünnen Kader und es kann viel passieren. Nach der Hälfte der Saison kann man sagen, wo wir wirklich stehen.

Sie sprechen den dünnen Kader an. Ausfälle wie der von Rob McFeeters sind da kaum aufzufangen, oder?

Habermann: Auf Dauer ist so ein Mann für uns nicht zu ersetzen. Eine langfristige Verletzung eines Leistungsträgers wäre auch der einzige Grund, noch mal eine personelle Nachbesserung vorzunehmen. Glücklicherweise gibt es bei McFeeters Entwarnung. Er wird konservativ behandelt und muss nicht operiert werden. Er ist ein echter Musterprofi mit großer Willensstärke und hat daher kurze Regenerationsphasen.

Wenn er den Belastungstest besteht und es kein Risiko gibt, wird er vielleicht sogar schon gegen München auflaufen.

Die Partie gegen den Tabellenführer ist vielleicht das größte ESVK-Spiel des Jahrzehnts. Ein Spitzenspiel in der zweiten Liga

Habermann: gibt es nicht so oft in Kaufbeuren. Es ist tatsächlich ein einzigartiges Ereignis. Die Konstellation mit München ist grandios. Das ist für alle etwas Besonderes, das auch wir und vor allem die Vorstandschaft genießen können.

Die Verträge von Mike Wehrstedt und Petr Sikora laufen Ende November aus. Wie stehen die Chancen, dass beide bis Saisonende bleiben?

Habermann: Beide zeigen jedes Wochenende, wie wertvoll sie für die Mannschaft sind. Wir werden sicher nicht bis zum 30. November warten. Auch aus Respekt vor den Spielern werden wir uns im Laufe des Novembers einigen. Gerade bei Sikora bin ich mir sicher, dass er seinen Leistungszenit noch nicht erreicht hat. Er ist wie geschaffen dafür, eine dritte Reihe mit zwei jungen Spielern zu führen.

Ein großes Thema vor der Saison war die Kooperation mit dem EC Peiting. Wie beurteilen Sie die Anfänge dieser Zusammenarbeit?

Habermann: Gerade für Spieler wie Marc Stotz, Dennis Drommeter oder Marc Sill, die auf dem Sprung in die Mannschaft sind, ist es wichtig, dort Spielpraxis zu sammeln. Leider waren alle drei zuletzt angeschlagen. Unser Wunsch ist es, wenn es unsere Situation zulässt, eine komplette Reihe in der Oberliga spielen zu lassen. Das hilft Peiting und vor allem auch dem ESVK. Immer ein Thema für uns ist Peitings Michael Fröhlich. Wenn er weiter so überzeugt, wird er sicher auch für uns noch einige Spiele machen.

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