Eishockey
Der ESV Kaufbeuren steht sich beim 2:6 gegen den ETC Crimmitschau selbst im Weg

Seine Zielstrebigkeit,
sein Durchsetzungswillen, seine
Art, Tore wie aus dem Nichts zu erzielen:
All diese Fähigkeiten des
29-jährigen Stürmers, der seine
Karriere wegen einer schweren Gehirnerschütterung
im Frühjahr beenden
musste, gingen dem ESV
Kaufbeuren bei der 2:6-Niederlage
gegen Crimmitschau ab. 'So einer
wie Mike hätte uns heute gut getan',
sagte deshalb auch ESVKTrainer
Ken Latta über den Mann,
der in der ersten Drittelpause unter
riesigem Applaus der Fans offiziell
vom Verein verabschiedet worden
war.

Die Beteiligten taten sich hinterher schwer bei den Erklärungsversuchen, was genau schief gelaufen war in dieser Partie der zweiten Eishockey-Bundesliga. Schließlich hatten die Joker in den drei Heimpartien zuvor alle Punkte abgeräumt und dabei überwiegend starke Leistungen gezeigt.

Doch gegen die Westsachsen war von Beginn an der Wurm drin. Ein Gegentor nach 18 Sekunden unter gütiger Mithilfe der ganzen Hintermannschaft – mithin nicht das, was man einen gelungenen Start nennen könnte. 'Wir waren nicht von der ersten Sekunde an bereit. Das 0:1 war ein erster Bremsklotz', so Latta.

Aber nicht der Letzte in dieser Begegnung. Irgendwie standen sich die Kaufbeurer selbst im Weg. Waren zwar bemüht, aber im Abschluss zu harmlos. 15:4-Schüsse nach dem ersten Drittel hören sich zwar gut an. Doch außer ein paar Mal Gestochere vor dem Tor waren so richtige dicke Möglichkeiten nicht dabei. 'Wir waren im ersten Drittel besser. Wenn wir mit einer Führung in die Pause gehen, läuft das Spiel anders', sagte Kapitän Christof Aßner hinterher.

Im Hockey geirrt

Dabei hatten die Gastgeber nach dem 1:1 durch Maximilian Schäffler den Fuß wieder in der Tür. Doch nur drei Minuten später war diese nach dem 1:3 schon wieder zugefallen. Wie im Training spielten die Crimmitschauer ihre Stürmer frei, die ihre wenigen Chancen eiskalt verwandelten.

Und die Kaufbeurer sahen dabei zu. 'Wir hatten auch heute wieder sechs, sieben, acht Leute, die Pond-Hockey gespielt haben. Das geht gar nicht, nicht in der Bundesliga', schimpfte Latta. Zur Erklärung: Unter Pond-Hockey versteht man ein zwangloses, spaßiges Eishockeymatch auf einem Weiher oder See.

Insofern stimmte der Vergleich nur halb: Von der Ernsthaftigkeit her ließen es vielleicht einige Akteure zu sehr schleifen, hatten möglicherweise gedacht, dass die Aufgabe einfacher wird. Doch Spaß hatte das niemand gemacht. Weder den Zuschauern noch den Spielern. 'Wir wollten mit dem Kopf durch die Wand', analysiert Aßner. Diese Blockade, vor allem vor dem gegnerischen Tor, verhinderte, dass der ESVK noch einmal ins Spiel zurückfinden konnte.

Sage und schreibe neun Überzahlmöglichkeiten blieben ungenutzt. 'Wir arbeiten hart, aber es klappt nicht. Wir müssen effektiver werden', sagte Aßner.

Abwehr überlastet

Und vor allem scheint eine Verstärkung der Abwehr unumgänglich. 'Die Verteidiger sind überlastet. Vor allem die ersten Vier haben zu viel Eiszeit', sagte Latta. Daran machte er auch die Tatsache fest, dass der sonst zuverlässigste Mann, Rob Brown, gleich bei fünf der sechs Gegentreffer auf dem Eis stand.

Die Kaufbeurer Zuschauer wurden angesichts der äußerst schwachen Vorstellung ihres Teams immer ruhiger. Nur einmal waren sie noch laut zu hören: 'Mike Wehrstedt', schallte es fünf Minuten vor Ende durch die Halle.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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