Fußball
«Das war das beste Jahr in meiner Karriere»

Thomas Rathgeber (25) ist kein Dampfplauderer, sondern eher ein zurückhaltender Mensch. Der Fußball-Profi, der beim SV Heiligkreuz groß wurde und während der Zeit unter Trainer Uwe Wegmann beim damaligen Bayernligisten FC Kempten den Sprung zum VfL Bochum in die 2.Bundesliga schaffte, ist nach fünf Profi-Jahren fast schon ein alter Hase im Geschäft. Rathgeber ist Realist und hält kühne Prognosen unter Verschluss. Wenn er sagt: «Das war das beste Jahr in meiner Karriere», dann deutet diese Aussage auf Besonderes hin.

Und so ist es auch: Rathgebers Bilanz im Fußball-Jahr 2010 kann sich sehen lassen. In der Rückrunde, damals noch bei der SpVgg Unterhaching unter dem neuen Trainer Klaus Augenthaler, traf er neunmal. Im Sommer ging er zum hessischen Traditionsverein Kickers Offenbach, dessen Trainer Wolfgang Wolf sich um ihn bemüht hatte. Die Mannschaft vom Bieberer Berg hat den Aufstieg im Visier und Stürmer Rathgeber half mit sechs Toren, der Hoffnung Nahrung zu verleihen. Vor der Winterpause steht Offenbach auf Rang drei, der zur Zweitliga-Relegation berechtigt. Macht zusammen 15 Tore in einem Jahr.

Eine gute Adresse

Offenbach ist seit jeher eine gute Adresse im deutschen Fußball und mit dem früheren Erstliga-Trainer Wolf und Weltmeister Andreas Möller (Manager) haben die Hessen die nötigen Rahmenbedingungen für die 2. Liga geschaffen. Fehlt nur noch der Erfolg auf dem Platz.

Auch wenn die Kickers noch im Wettbewerb um den DFB-Pokal stehen und dort bisher für Furore sorgten (Zweitligist VfL Bochum und sogar Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund wurden eliminiert): «Die Liga und der Aufstieg haben Vorrang», sagt Rathgeber. Dennoch ist der 19. Januar dick im Kalender angestrichen. Dann gastiert der Bundesligist 1. FC Nürnberg im Nachholspiel der dritten Pokalrunde in Offenbach. Klar, der Pokal, das ist schon etwas Außergewöhnliches», so Rathgeber. Er war damals einer der Schützen beim historischen Sieg im Elfmeterschießen über Dortmund. «Die Stimmung danach war überragend», erinnert sich der Kemptener.

Am 4. Januar geht es bei den Kickers mit der Saisonvorbereitung weiter. Nach Antalya in die Türkei geht es zum Trainingslager. Derzeit erholt sich Rathgeber bei seiner Familie in Kempten. «Einfach mal abschalten und den Kopf frei vom Fußball machen», sagt er.

Ob er sich verändert hat, seit er Profi ist? «Ich lasse Kritik nicht mehr zu nahe an mich ran», sagt er. Nichtsdestotrotz: «Profi sein ist ein Traumberuf.» In Kempten trifft er Freunde, zu denen er stets Kontakt gehalten hat, seit er Geld mit Fußball verdient. «Das sind gewachsene Strukturen,» sagt er. Rathgeber ist ein bodenständiger Mensch beglieben, der zu seinen Wurzeln steht.

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