Fußball-Regionalliga
Daniel Böck kehrt nach einem Kreuzbandriss wieder in den Kader des FC Memmingen zurück

Im Februar 2011, Trainingsplatz des FC Memmingen, ein Abend unter der Woche: Der Schnee der vergangenen Tage ist geschmolzen, Trainer Esad Kahric lässt seine Regionalliga-Kicker mit dem Ball üben. Abwehrspieler Daniel Böck ändert mit dem Leder am Fuß in Sekundenschnelle die Laufrichtung – und schreit auf. 'Ich bin mit den Stollen im Rasen hängen geblieben', erinnert er sich heute, 'und ich dachte nur: Oh Gott, da ist was Schlimmes passiert.'

Böck bricht das Training ab und wird im Krankenhaus geröntgt. Allerdings ohne klaren Befund. Den bekommt er am Tag darauf nach einer Kernspin-Untersuchung mitgeteilt: Kreuzbandriss. Eine Verletzung, die Fußballer oft ein Jahr lang zum Zuschauen zwingt. Und die Böck zuvor schon lahmgelegt hatte, im Jahre 2004 nach dem Einsatz beim Hallenturnier in Augsburg.

Keine Schmerzen mehr gespürt

Freitag, 2. Dezember 2011, Grünwalder Stadion in München: Daniel Böck feiert sein Regionalliga-Comeback mit der Einwechslung in der Partie gegen die Reserve von 1860 München. Er ist zwar hinterher sauer, weil die Allgäuer eine 0:1-Niederlage kassieren. Aber es gibt für ihn an diesem Abend auch einen Lichtblick. 'Ich fühle mich wieder gut und fit', sagt der 27-Jährige.

Schmerzen spürt er keine mehr, an Kraft legt er Tag für Tag im Training zu, weshalb es gut sein kann, dass er am heutigen Samstag (14 Uhr) im Jahresfinale des FCM (14.) gegen den Karlsruher SC II (8.) in der Memminger Arena erneut zum Einsatz kommt.

Neun Monate Pause. Nur zuschauen, den Kollegen die Daumen drücken, ab und zu leichtes Lauftraining. 'Eine wirklich schlimme Zeit liegt hinter mir', sagt Daniel Böck. Das mit dem Daumendrücken befriedigt einen Kämpfertyp wie ihn nicht wirklich. Der Sportlehrer an der Montessori-Schule in München hat kräftig auf die Zähne beißen müssen. Im Sommer ist er regelmäßig aufs Rad gestiegen. 'Doch das', gesteht er, 'hat mit der Zeit auch ganz schön genervt.'

Inzwischen herrscht in seinem Knie wieder Ordnung und er formuliert diesen Satz: 'Ich fühle mich ganz gut und will nach der Winterpause wieder zur Startelf gehören.' Das wird Trainer Esad Kahric gerne hören. Denn Daniel Böck ist dann so etwas wie ein Neuzugang, der den Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders weiter ankurbelt.

Hoffen auf versöhnlichen Jahresabschluss

Personell konnte der Memminger Coach zuletzt ohnehin nicht aus dem Vollen schöpfen. Stefan Zobel verletzt, Tobias Heikenwälder ebenso, dazu Christoph Mangler krank. Da kommt die frühe Genesung des Daniel Böck wie gerufen. Der hofft heute gegen den KSC auf einen versöhnlichen Jahresabschluss – und sagt einen Allgäuer 2:1-Sieg voraus.

Das würde in jedem Fall die Stimmung im Team heben, die in diesen Tagen der Erfolglosigkeit nicht die allerbeste sein dürfte. Seit sieben Spieltagen warten die Jungs um Kapitän Harald Holzapfel schon auf einen Sieg. 'Ich habe das Gefühl, dass die Kräfte ein bisschen schwinden', sagt Böck, 'dadurch fehlt es in manchen Szenen an der nötigen Konzentration.' Der gebürtige Mindelheimer, der seit 1998 als C-Junior das FCM-Trikot trägt, glaubt aber auch: 'In dieser Liga kann jeder jeden schlagen'. Also auch der Vierzehnte den Achten.

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