Auszeichnung
Bundesverdienstkreuz für Mister Karate Roland Lowinger

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Bei einer Schlägerei im Fasching 1968 in Konstanz steht ein junger Mann fassungslos am Rande des Tumults, dessen Zeuge er zufällig geworden ist. Er will die brutalen Kontrahenten stoppen. Doch er weiß nicht wie. Er fühlt sich nicht stark genug und ist mit der Situation überfordert.

Dieses Ereignis wird zum Wendepunkt im Leben des damals 20-jährigen Roland Lowingers. Wenige Tage später schließt er sich in seinem Heimatort Konstanz einer Karategruppe an - und kann seither von dem Kampfsport nicht mehr loslassen.

In vielen Posten hat der heute 62-Jährige, der seit über 30 Jahren im Oberallgäu wohnt, das Karate geprägt - von der regionalen bis zur internationalen Ebene. Für seinen Einsatz in über 40 Jahren Ehrenamt erhielt er am Montag in München das Bundesverdienstkreuz am Bandevon Bayerns Justizministerin Beate Merk überreicht wurde.

«Sie haben eine Sonderstellung», sagte sie beim Festakt in München über den Allgäuer «Mister Karate» . Unter den 13 Geehrten aus Bayern war er der einzige, der für seine Verdienste im und um den Sport ausgezeichnet wurde. «Das war eine grandiose Sache und neuer Ansporn», sagt Lowinger.

in Sonthofen sind viele große Stunden in seinem Leben mit dem Karate verbunden - und auch viele Erfahrungen. «Ich bin durch den Kampfsport selbstbewusster geworden. Aber ich habe Karate nie im normalen Leben eingesetzt. Man kann mit Friedfertigkeit mehr erreichen als mit Gewalt.»

Gerne erinnert sich der frühere Vorsitzende des 1. Dojos im an das Jahr 1991, als das vom ihm vorangetriebene Landesleistungszentrum am TVK-Sportpark eröffnet wurde. «Das war damals bundesweit das erste Karatezentrum dieser Art», sagt Lowinger. Als Trainer führte er in dem neuen Domizil schon bald viele Sportler zu Titeln. So wurde 2004 sein damaliger Schützling Jayson Schinköthe Junioren-Europameister und WM-Dritter in dieser Altersklasse. «Das waren tolle Momente», meint der Trainer.

Mittlerweile hat Lowinger sich freilich vom Kemptener Dojo verabschiedet. «Die Chemie hat nicht mehr gestimmt», sagt er über seinen Austritt im Dezember 2010. Zwar bleibt der Träger des siebten Dans weiterhin Mitglied im TV Kempten 1856. Doch als seine neue sportliche Heimat bezeichnet er seit Februar den TV Haldenwang.

Dort baut er mit seinem Sohn Timo (22) eine neue Karate-Abteilung auf. «Mich freut es sehr, wie hier alle Leute mitziehen», sagt Lowinger, der unmittelbar nach der Rückkehr vom Festakt in München bereits wieder auf der Matte stand, um seine neuen Schützlinge zu trainieren. Nur eines bedauerte Lowinger an seinem großen Tag: «Da in München alles länger gedauert hatte, bin ich zehn Minuten zu spät in die Halle gekommen. Dass passiert mir sonst nie.»

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