Laser
Bei der Kieler Woche wird Philipp Buhl vom Segelclub Alpsee Immenstadt Zweiter

In der Laser-Klasse erlebte Deutschland bei der Kieler Woche einen spannenden Kampf um die Weltcup-Medaillenplätze. Dazu trug entscheidend der 21-jährige Weltcup-Youngster Philipp Buhl bei. Er ersegelte auf der Kieler Außenförde über neun Wettfahrten an fünf Tagen souverän die Silbermedaille.

Gold musste er seinem Lübecker Kaderkollegen Simon Grotelüschen überlassen, weil er im Finale das Ziel um nur wenige Meter vor dem Allgäuer querte. Bronze ging an Josh Junior aus Neuseeland.

Beim Kieler Weltcup galt es für die deutschen Topathleten, die zweite Stufe der Olympia-Qalifikation effektvoll zu zünden. Dies gelang Buhl im Laser von Anfang an. Mit zwei Wettfahrtsiegen und ansonsten nur Top Ten-Plätzen sicherte er sich in der Qualifikationsserie hinter dem Neuseeländer Junior Rang zwei.

Starker Wind und gute Nerven

Der Sonthofener zeigte auch in der Finalserie (Wettfahrten in der besten Hälfte der insgesamt über 100 Athleten) gute Nerven sowie ein seglerisch und physisch überzeugendes Leistungsvermögen.

Bei drei lang ausgelegten Wettfahrten und starkem Wind erkämpfte sich der Segler vom Alpsee einen souveränen Sieg sowie einen zweiten und zehnten Rang - Letzterer ein noch guter Platz im Goldfleet, aber für Buhls Zielsetzungen doch ein kleiner Ausrutscher. Sein deutscher Kontrahent Grotelüschen segelte diese Finalwettfahrten ohne einen Patzer und lag damit um zwei Punkte vor Buhl in Führung.

Final-Duell um Gold und Silber

Am letzten Tag der Fleetraces gab es wegen Leichtwindverhältnissen zwei abgebrochene Wettfahrten und somit keine weiteren Ergebnisse.

Kurios war und blieb, warum die Wettfahrtleitung die erste Wettfahrt beendete, obwohl der etwas abflauende Wind mit minimal fünf Knoten Geschwindigkeit zu einem Abbruch keinerlei Anlass gegeben hatte. Später legte der Wind wieder etwas zu. Die ISAF-Regeln geben lediglich ein Startverbot bei weniger als vier Knoten vor. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Buhl 19 Plätze vor seinem Hauptgegner Grotelüschen. Zwischen den beiden war nun ein Final-Duell um Gold und Silber entbrannt.

Diesen krönenden Wettkampf der besten Zehn, das Medalrace, gestalteten die beiden Deutschen als eines der spannendsten Duelle, die während der Kieler Woche zu erleben waren. Das im Internet zu sehende satellitengestützte << Live-Tracking >> (abrufbar unter der Adresse: www.kieler-woche.de - unter Ergebnisse und Laser Medal) zeigt: Grotelüschen gewinnt und segelte somit das bessere Finale aber Buhl (Zweiter) das genialere. Er riskierte am Start etwas weniger und kam dadurch in Rückstand, war somit nur Achter an der ersten Bojenrundung. Auf dem folgenden Vorwindkurs kämpfte sich Buhl mit hoher Geschwindigkeit an die dritte Position vor und lag dadurch nur noch 20 Meter zurück. Mit kluger Gegnertaktik drang er auf dem zweiten Kreuzkurs weiter nach vorne und kurzfristig sogar auf nur mehr Minimal-Rückstand von bis zu zwei Metern zu Grotelüschen.

Die acht weiteren Medal-Racer aus sieben Nationen hatten von da an mit dem Sieg in diesem Match praktisch nichts mehr zu melden. Auf der letzten Vorwindstrecke schaffte es der Allgäuer nicht mehr, seinen führenden Kollegen aus dem Sailing-Team-Germany zu übertrumpfen. Buhl muss sich um nur zwei Bootslängen geschlagen geben und gewann die Silbermedaille. Simon Grotelüschen holte die Goldene.

Harte Konkurrenz um Olympia

Was die Olympiaqualifikation anbetrifft, haben Buhl und Grotelüschen ein ordentliches Punktepolster Vorsprung vor ihren deutschen Konkurrenten. Der dritte deutsche Laser-Olympia-Kandidat, Malte Kamrath aus Berlin, ist nun abgeschlagen.

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