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Bei den «Indianern» liegen die Nerven blank

Wutentbrannt knallte Martin Löhle seinen Schläger gegen die Plexiglasbande. Einmal, zweimal, dreimal - und zwar so deutlich, dass dem danebenstehenden Trainer Joachim Koch die Ohren geklingelt haben mussten. Als Eishockey-Bayernligist ECDC Memmingen im Heimspiel gegen den EV Weiden sieben Minuten vor dem Ende den achten Gegentreffer gefangen hatte, war der Kapitän stocksauer.

Ähnlich sauer wie viele der 814 Zuschauer, die bei der 1:8-Schlappe am Freitagabend in der Eishalle erleben mussten, wie die Heimmannschaft schon im ersten Drittel auf die Verliererstraße geriet. Die sahen, wie Juniorentorhüter Sebastian Reisinger, der kurzfristig eingesprungen war, gleich den ersten Schuss passieren lassen musste und in der Folgezeit ein ums andere Mal von der Hintermannschaft im Stich gelassen wurde. Entnervt ließ sich der junge Keeper nach einer guten Viertelstunde und dem vierten Gegentreffer auswechseln.

«Nach hinten», so analysierte es hinterher ECDC-Trainer Jogi Koch, «nach hinten ging gar nichts». Womit er ausdrücken wollte, dass seine ausdrückliche Vorgabe ans Team, in der Formation 1-2-2- zu spielen, um damit die geschwächte Torhüterposition zu stärken, nicht eingehalten wurde. «Wir kriegen vier Schüsse aufs Tor - und drei sind drin», sagte ein ratlos wirkender Coach.

Dominik Wagner wurde kurzfristig suspendiert

«Momentan ist halt kein anderer Torwart da», meinte Koch weiter. Der Grund: «Aus disziplinarischen Gründen» hatte sich der Verein nach der Heimniederlage im Derby gegen Sonthofen von der seitherigen Nummer eins, Dominik Wagner, getrennt. Wagner soll sich in der zweiten Drittelpause des Sonthofen-Spiels gegenüber Kapitän und Trainer beleidigend geäußert haben. Der dann eingewechselte Marc Bartsch ist auch nicht der Schlussmann, den sich die ECDC-Verantwortlichen als sicheren Rückhalt vorstellen.

Für die Heimpartie gegen Weiden hatte man sich deshalb vorsorglich wieder die Dienste von Simon Schreiber fürs Tor sichern wollen (dessen Weggang eigentlich schon bekanntgegeben war). Schreiber hatte sich auch bereit erklärt, musste aber letztlich «aus privaten wie beruflichen Gründen» - so Vereinssprecher Daniel Halder - wenige Stunden vor Spielbeginn wieder absagen.

Arg aussichtsreich war die Mannschaft deshalb am Freitag nicht ins Spiel gegangen. Dass es im Verlauf der 60 Minuten dann so dick kommen würde, hätten freilich auch die größten Pessimisten nicht unbedingt erwartet.

Bei den «Indians»-Anhängern (die den Ärger um Dominik Wagner nicht mitbekommen hatten), war ja sogar noch die Resthoffnung da, über einen Sieg vielleicht die theoretischen Aussichten auf einen Play-off-Platz wahren zu können.

Verbrüderungsszenen unter den Fans

Hätte, Wenn und Aber: Selbst nach der Einschätzung von Gästetrainer Josef Hefner war der Weidener Erfolg um ein paar Treffer zu hoch ausgefallen. Hefner erkannte, dass auch nach dem 1:5 das Spiel «noch immer offen» gewesen sei.

So freundlich wie der Gästetrainer mit der Leistung der Einheimischen, so freundlich gingen auch die Fangruppen beider Teams miteinander um: Gegen Ende der Partie kam es zu Verbrüderungsszenen. Für die Zuschauer war dies das akustische und optische «Highlight» eines laut Klub-Sprecher Halder «bitteren Eishockey-Abends».

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