Mountainbike
Begeisterung am Bosporus - Martin Kiechle vom RSC Kempten beim Marathon gefeiert

«So müssen sich wohl Fußball-Stars in Deutschland fühlen», sagt er. So hat sich Rad-Amateur Martin Kiechle vom RSC Kempten vor kurzem in der Türkei gefühlt. «Du wirst gefeiert, fast wie ein Held», schwärmt er und schüttelt dabei grinsend den Kopf. Vom türkischen Radsport-Verband war er - wie berichtet - zu zwei internationalen Mountainbike-Marathons in die Provinz Corum eingeladen worden. Das Erlebte dort dürfte er nicht so schnell vergessen. Was ihm dort am besten gefallen hat, kann er nicht eindeutig sagen. «Es war ein Erlebnis», so der 35-Jährige. Die Gastfreundschaft, die Landschaft, die Menschen haben beeindruckt.

Teils 1000 Leute in den Dörfern

<< Da stehen teilweise über 1000 Leute in den Dörfern und jubeln einem beim Durchfahren zu >>, gibt er seine Eindrücke in der Türkei wieder. Auch am Flughafen wurden die deutschen Radfahrer überrascht. Aus den Berichten in türkischen Zeitungen und im Fernsehen wurden Kiechle und Sieger Ruppert Palmberger (24/Weilheim) von den Kontrolleuren erkannt und gleich um ein Foto mit ihnen gebeten.

<< Wir wurden im Flieger spontan von der normalen in die Erste Klasse gesetzt >>, so Kiechle. Überhaupt sei die Betreuung toll gewesen: << Wir Deutschen wurden durch Istanbul geführt und es stand uns immer jemand hilfreich zur Seite. Ob im Laden zum Handeln oder im Hotel.

>> Bei den Rennen selbst hatte der RSC-Fahrer, der als Mountainbiker in der Türkei für das Team von Centurion Vaude unterwegs war, erstmal Pech. Wie berichtet, hatte den in Führung liegenden Allgäuer der vom Regen aufgeweichte Boden ausgebremst. Doch am nächsten Tag schaffte es Kiechle mit Rang drei aufs Treppchen.

Grund zur Freude hatte nicht nur er: Spontan verschenkte Kiechle seinen Pokal an begeisterte Buben. Da sich um den Pott ein Streit anbahnte, stellte Kiechle klar: << Jeder darf ihn eine Woche behalten. Dann muss er weiter gegeben werden. >> Ein Übersetzer mahnte die jubelnden Knirpse wortreich, diese Regel auch einzuhalten.

Interessiert verfolgte Kiechle zudem die Entwicklung des türkischen Radsports, der in letzter Zeit einen Aufschwung erlebt. Mussten sich die türkischen Radprofis noch bis vor ein paar Jahren mit alten Rädern zufriedengeben, sind sie mittlerweile ebenso gut ausgestattet, wie die Konkurrenz aus Mitteleuropa.

Kiechle: << In Sachen Material stehen uns die Türken in nichts mehr nach. >> Die Fahrer lebten anders als noch vor fünf Jahren. << Heute müssen sie im Gegensatz zu damals nicht mehr arbeiten, sondern bekommen ein monatliches Gehalt, vergleichbar mit dem eines gut situierten türkischen Geschäftsmanns. >>

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