Kraftsport
Alfred Weber kehrt als Trainer nach Kaufbeuren zurück und will die Gewichtheber wieder nach oben führen

An die glorreichen Zeiten des Athletik-Clubs Kaufbeuren erinnert sich Alfred Weber noch ganz genau. Damals, erzählt er, hatte der Verein im Kraftdreikampf und Gewichtheben vor allem im Nachwuchsbereich eine Vormachtstellung in Bayern, mit der Mannschaft wurden sogar in der zweiten Bundesliga Gewicht gestemmt, und als Aushängeschild förderte und forderte Weber mit Almir Velagic den inzwischen zweitbesten Gewichtheber Deutschlands. 20 Jahre lang war Weber Trainer der Kaufbeurer Kraftsportler, dann zog er sich aus dem aktiven Bereich zurück, arbeitete nur noch als Heimtrainer und Berater von Velagic.

Zehn Jahre Pause

Um den ACK wurde es immer ruhiger. Einzig die Bankdrücker ließen immer mal wieder aufhorchen, Gewichtheber und Mehrkämpfer gab es aber kaum mehr.

'Wenn ich diese Entwicklung betrachte, blutet mein Herz', sagt Weber heute. Früher, sagt er weiter, habe er knapp 25 Kämpfer unter seinen Fittichen gehabt, inzwischen sind es nicht einmal mehr zehn.

Und daher unterbreitete er dem Verein den Vorschlag, als Trainer zurückzukehren an den Berliner Platz, nach fast zehn Jahren Pause.

Die Zielsetzung ist klar und ehrgeizig definiert: Mittelfristig soll wieder eine schlagkräftige Mannschaft gebildet werden, die erfolgreich an Wettkämpfen im Kraftdreikampf (Kniebeuge, Bankdrücken, Kreuzheben) und im Gewichtheben teilnimmt.

Acht starke Aktive braucht Weber dafür, acht Jahre hat er sich dafür als maximale Zeitspanne gesetzt.

'Der Unterbau ist mittlerweile weggebrochen. Da müssen wir wieder ansetzen', sagt der 48-Jährige. Dann sei es sogar möglich, wieder an die ganz großen Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen.

'Ich glaube schon, dass ich in Deutschland einer der besten Trainer auf diesem Gebiet bin', meint Weber.

Zwei- bis dreimal pro Woche schaut er künftig im Kraftraum im hintersten Winkel des Eisstadions vorbei. In erster Linie um als Ansprechpartner da zu sein, den jungen Sportlern Trainingspläne zu erstellen und ihnen 'auf die Finger zu schauen'.

Grundsätzlich brauche man neben ein wenig Talent vor allem viel Fleiß, um voranzukommen. Weber: 'Um ganz oben dabei zu sein, muss aber alles stimmen. Auch die Psyche, die orthopädischen Voraussetzungen und das familiäre Umfeld.'

Eine kleine Mannschaft wollen die Kaufbeurer in der Bezirksliga schon dieses Jahr wieder an den Start schicken, unter anderem mit Aktiven, die bereits Wettkampferfahrung gesammelt haben und nun erst einmal aushelfen sollen.

Am besten eine Clique

Webers Fokus liegt auf der Förderung des Nachwuchses. Schon im Alter von zehn bis elf Jahren müsse man die Kinder an den Kraftsport heranführen. Mit leichtem Muskeltraining, vielen spielerischen Elementen und ersten Übungen zu den Bewegungsabläufen im Gewichtheben.

'Das ist genau das, was die Jugendlichen brauchen und nicht mehr Belastung, als wenn sie auf Bäume klettern', erklärt der Trainer. Ambitionierte Jugendliche zu finden, sei wiederum nicht gerade einfach. Weber: 'Man muss am besten eine Clique begeistern. Dann motivieren sich die Jungs gegenseitig von ganz alleine.'

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