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Abschiedsstimmung beim FC Memmingen

Wenn man sich in diesen Tagen mit Mario Schmidt länger unterhält, dann fallen öfter Worte wie Bilanz, schöne Erlebnisse, richtige Entscheidung, Licht und Schatten oder Erinnerung. Worte, die einer benutzt, wenn er Abschied nimmt. Der Mittelfeldspieler des FC Memmingen wird den Regionalligisten nach den letzten Saisonspielen am heutigen Samstag (14 Uhr) bei Eintracht Frankfurt II und am kommenden Freitag (18.30 Uhr) zu Hause gegen den 1.FC Nürnberg II vermutlich verlassen.

Ebenso wie Christoph Mangler und Nikolas Berchtold. Gut möglich, dass auch Spieler wie Benjamin Sturm, Dennis Vatany, Dominik Bobinger oder Tobias Heikenwälder (beim BC Aichach im Gespräch) den Allgäuern den Rücken kehren.

Und genau das ist ein Knackpunkt, wenn der 26-jährige Schmidt an seine fußballerische Zukunft denkt. Zusammen mit Bobinger und Heikenwälder bildete er eine 'Augsburger Fahrgemeinschaft' – rund 100 Kilometer zum Training und wieder 100 Kilometer zurück. 'Diese Strecke kannst du in der Nacht nur zu dritt bewältigen', glaubt Schmidt. 'Wenn du alleine nach Arbeit und Training heimfährst, schläfst du vielleicht mitten auf dem Weg ein.'

Was der Aichacher, der als einer der wenigen im Memminger Team auch schon bei anderen Klubs (SSV Ulm, FC Augsburg) höhere Fußballluft schnupperte, damit meint: 'Die Belastung für uns Auswärtigen war schon enorm.' In seinem Wohnort betreibt er mit dem Vater einen Reifen- und Servicehandel für Autos und Lastwagen, und nur weil der Herr Papa Sonderschichten einlegte, konnte Schmidt bei Spielen unter der Woche die Werkstatt früher verlassen als sonst.

Ob sich der enorme Aufwand gelohnt hat für Schmidt, der diese Saison als Führungsspieler zum FCM gestoßen ist? Ja und Nein lautet seine Antwort.

Ja deshalb, weil er einige Höhepunkte in dieser Regionalliga Süd erleben durfte: 'Zum Beispiel das Spiel bei Waldhof Mannheim im Benz-Stadion vor einer beachtlichen Kulisse. Oder die Partie zu Hause vor 3500 Zuschauern gegen den FC Bayern II.'

Ja auch deshalb, weil er ein gutes Umfeld rund um die Memminger Arena vorfand: 'Die anderen Spieler haben mich toll aufgenommen. Auch Trainer und Offizielle leisten super Arbeit. Von diesem Verein kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden.'

Doch es gibt auch noch ein Nein auf die Frage, ob es eine rundum erfolgreiche Saison für Mario Schmidt gewesen ist. Allerdings konnte er das nicht beeinflussen. Zunächst machte ihm eine Zerrung an der Oberschenkelrückseite zu schaffen. Dann zwickte es in den Bauchmuskeln, was ungleich schlimmer war.

'Zerrungen in diesem Bereich', weiß Schmidt, 'ziehen sich ewig hin.' Nun ist der Aichacher einer jener Spieler, die einen enormen Kraftaufwand innerhalb der 90 Minuten betreiben. Ständig in Bewegung, wo ein Zweikampf winkte, war Schmidt dabei.

Mit einer Aggressivität, die wertvolle Spieler in dieser Spielklasse auszeichnet. Solche Fußballer haben keine Geduld. Und so probierte der angeschlagene Mario Schmidt im Januar und Februar, wieder Anschluss zu finden. Morgens um 7 Uhr beim Physiotherapeuten, danach in der Werkstatt. Am Abend auf dem Trainingsplatz.

Zu Buche stehen fünf Tore in 17 Einsätzen

'Im Nachhinein betrachtet', sagt er heute, 'war das vermutlich zu früh.' Die Wunde riss bald wieder auf – und der 26-Jährige musste erneut Däumchen drehen, wenn die anderen am Wochenende um Regionalliga-Punkte kämpften.

Lediglich 17 Regionalliga-Einsätze stehen bei ihm zu Buche, wobei er immerhin fünf Tore schoss und damit nur von Stürmer Andreas Hindelang (9) übertroffen wird. Vielleicht komme noch ein Kurzeinsatz im letzten Spiel gegen Nürnberg hinzu, hofft Mario Schmidt.

Heute im Volksbankstadion bei der Zweiten der Frankfurter Eintracht wird er in jedem Fall fehlen. Zum 16. Mal schon. Eine für ihn wenig erfreuliche Bilanz. Die soll kommende Saison besser werden – bei welchem Verein auch immer.

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