Kaufbeuren
2000 Minuten Zeitgewinn

Neunmal konnten sich die Verantwortlichen des ESV Kaufbeuren in der abgelaufenen Saison ein Bild von Anton Saal machen. Denn so oft spielte der Angreifer mit dem SB Rosenheim gegen die Joker. «Offenbar habe ich da überzeugen können», sagt der 23-jährige Neuzugang, der in diesen Duellen sieben Punkte verbuchte.

In der Tat hinterließ der Angreifer einen so bleibenden Eindruck, dass der ESVK Saal schon kurz nach Saisonende ein Angebot unterbreitete. «Ich wollte unbedingt in der zweiten Liga spielen. Das war ja auch das Ziel in Rosenheim», erklärt der gelernte Bürokaufmann. So darf sich Saal als einziger Rosenheimer ein bisschen als Aufsteiger fühlen.

Tatsächlich hatte die Beziehung Saal-ESVK in der vergangenen Saison fast schicksalhafte Züge. Gleich im ersten Saisonspiel brach sich Saal das Kahnbein - gegen die Joker - und feierte zwei Monate später ein triumphales Comeback mit vier Vorlagen - gegen die Joker -, nur um am Ende in einer dramatischen Play-off-Serie den Aufstiegstraum mit den Starbulls zerplatzen zu sehen - gegen die Joker.

Guter Teamgeist

Weniger fatalistisch sieht der Oberbayer seine Zielvorgabe für die kommenden Monate: «Ich bin ein Teamspieler und harter Arbeiter, der nie aufsteckt. Mit diesen Eigenschaften will ich mich auch in der zweiten Liga durchsetzen.» Die 21 trägt er übrigens in guter Familientradition auf dem Rücken. Sein Onkel Thomas, der ihn einst zum Eishockey brachte, trug lange Jahre als Verteidiger des EC Peiting diese Nummer. Dass Saals Lieblingsspieler Peter Forsberg auch die 21 trägt, ist jedoch purer Zufall. Schon nach wenigen Tagen mit der Mannschaft hatte Saal einige Indizien für einen guten Teamgeist ausgemacht: «Wenn wir selbstständig im Kraftraum trainieren, geht jeder an seine Grenze - so, als ob der Trainer danebenstehen würde.» Denn auch wenn die harte Schufterei in der Vorbereitung nicht immer Spaß macht, weiß Saal: «Je härter wir jetzt arbeiten, desto mehr Spaß werden wir in der Saison haben.»

Neben der Disziplin und Einstellung scheint auch die menschliche Komponente zu passen. «Es gibt keine Grüppchen. Beim Kabinenfest saß ich mit einem Schweden, einem Tschechen, einem Japaner und einem Italiener an einem Tisch», freut sich Saal über den multikulturellen Austausch. So hat er auch eine einfache Erfolgsformel: «Wir können nur was erreichen, wenn wir nicht fünf Einzelspieler auf dem Eis stehen haben, sondern diese zu einer Einheit zusammenfügen.»

Passionierter Bergwanderer

Seit sieben Jahren ist Toni mit seiner Freundin Franziska liiert und wohnt mit ihr in Murnau. Da er weiterhin pendelt, bedeutet das einen Zeitgewinn von fünf Minuten. «Nach Rosenheim bin ich 1:15 Stunden gefahren, nach Kaufbeuren 1:10 Stunden», lacht Saal. Über die gesamte Saison gesehen, gewinnt der passionierte Bergwanderer und Mountainbike- und Rennradfahrer also etwa 2000 Minuten oder fast eineinhalb Tage.

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