Allgäu
Ungebetene Partygäste

«Früher gab es so etwas nicht», werden ältere Menschen vielleicht sagen. Dass Horden von Jugendlichen auf eine Party gehen, zu der sie gar nicht eingeladen sind. Und die sich dann dort so aufführen, dass die Feier durch Alkohol und Gewalt völlig außer Kontrolle gerät. Polizeisprecher Christian Owsinski kann jedenfalls aus jüngster Zeit von Fällen berichten, in denen Feten total aus dem Ruder gelaufen sind. Aus der Vergangenheit sei ihm so etwas nicht bekannt. «Man kann das also sicherlich als neues Phänomen beschreiben», sagt Owsinski.

Allein in diesem Monat gab es zwei Vorfälle (wir berichteten): Im Oberallgäuer Oy-Mittelberg endete die Geburtstagsfeier einer Schülerin mit Sachbeschädigungen und Auseinandersetzungen. Selbst die Eltern des Mädchens wurden nicht mehr Herr der Lage. Zuletzt waren 150 Gäste durch offene Türen und Fenster in ihr Haus gelangt. Stühle wurden aus Fenstern geworfen, Wände verschmiert, Waschbecken und Bilder zerstört und Flaschen im Haus zertrümmert. Eingreifen darf die Polizei in solchen Fällen nur, wenn sie wegen Ruhestörung oder Hausfriedensbruch verständigt wird. «Der Eigentümer des Hauses hat bei privaten Feiern das Sagen. Wenn er einen Gast des Hauses verweist und dieser nicht geht, liegt Hausfriedensbruch vor», erklärt Owsinksi. Eine private Party ganz aufzulösen sei dagegen eine schwierige Sache.

Dass mehr Gäste erscheinen als tatsächlich eingeladen sind, «liegt mit Sicherheit an der Nutzung moderner Medien», sagt Owsinski. So wie vergangene Woche in Füssen. Eine 18-Jährige feierte in einem Lokal ihren Geburtstag. Durch Aufrufe per Handy und Internetplattformen drängten sich zeitweise bis zu 200 Personen vor dem Lokal. Als auch noch eine Schlägerei gemeldet wurde, griffen die Polizeibeamten ein.

Brutal geschlagen

In diesem Jahr wurden der Polizei auch zwei weitere Feiern von Jugendlichen bekannt, die durch Gewalt außer Kontrolle geraten waren. Im April erschienen in Haldenwang (Oberallgäu) sechs Personen uneingeladen bei einer Privatparty.

Weil sie wieder gehen sollten, kam es laut Polizei zu so starken körperlichen Auseinandersetzungen, dass einige Personen stark verletzt wurden und stationär behandelt werden mussten. Ähnliches bei einer Party in Kempten im August, die aus dem Ruder gelaufen war: «Zu den 50 eingeladenen Gästen kamen weitere 100 dazu», berichtet Owsinski, «bei dem Versuch, die Party aufzulösen, wurde ein 18-Jähriger brutal ins Gesicht geschlagen.»

Trotz solcher Zwischenfälle sei es aber nicht üblich wegen einiger schwarzer Schafe, eine Feier polizeilich aufzulösen. Owsinski kann sich nur an einen Fall erinnern, bei dem eine Party früher beendet wurde. «Dies geschah aber auf Wunsch des Veranstalters, weil dieser Schlimmeres befürchtete.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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