Überlebenskampf geht weiter

Fellbach/Ottobeuren(tr). - Nicht geschafft haben die Ottobeurer Regionalliga-Handballer den erhofften Auswärtserfolg beim SV Fellbach. Gegen den Mitkonkurrenten im Rennen um den Klassenerhalt verlor der TSV nach einer hochdramatischen Partie unglücklich 30:31 (15:16). Pechvogel des Tages war Johannes Lang, der Sekunden vor dem Ende mit einem verworfenen Siebenmeter die Chance zum Ausgleich vergab. Nervosität und Hektik prägten von Beginn an die Aktionen beider Teams. Die Zuschauer erlebten Abstiegskampf pur - und eine ausgeglichene Begegnung. Abzulesen war dies auch an den Zwischenständen 3:3 (10.), 7:7 (15.) und 10:10 (20.). Doch nach der Halbzeitpause kamen die Ottobeurer verschlafen aus der Kabine. Minutenlang ging nichts mehr. Einzelaktionen und überhastete, erfolglose Abschlüsse prägten das Angriffsspiel des TSV. Und die Abwehr ließ einmal mehr zu viele Löcher für den Gegner offen. So kamen die Gäste ins Hintertreffen.

Nach dem 21:25 sahen die rund 50 mitgereisten Ottobeurer Fans, die stimmungsmäßig die Halle im Griff hatten, die Felle schon davon schwimmen. Doch die Schwarz-Gelben packten ihr Kämpferherz aus und schafften nach 50 Minuten die Führung zum 27:26. Zuvor hatte Kapitän Daniel Berkessel wegen angeblichem Beinstellens die Rote Karte gesehen (46.). Durch eigene Unzulänglichkeiten baute der TSV den Gegner wieder auf. Es hagelte Fehlwürfe, Fehlpässe und Abstimmungsfehler in der Defensive. Prompt lagen die Gäste kurz vor Schluss 29:31 zurück. Aber Ottobeuren konterte nochmals, schaffte den Anschluss. Und dann gab Torwart Armin Königsperger nach einem gehaltenem Schuss seinen Vorderleuten die Chance zum Ausgleich. Letzter Angriff und Tor für Ottobeuren, doch der Schiedsrichter ließ den Vorteil nicht gelten. Beim Siebenmeter versagten Johannes Lang die Nerven. 'Hätten wir vorher die Tore gemacht, wäre ein verworfener Siebenmeter nicht ins Gewicht gefallen', meinte Königsperger. Wilson Pearce schlug in die gleiche Kerbe: 'Zuhause wäre uns das nicht passiert.' Fakt bleibt: Der TSV Ottobeuren hat sich nicht wie erhofft von der Abstiegsregion absetzen können und kämpft weiter ums nackte Überleben. Und am Samstag kommt mit Tabellenführer Oftersheim/Schwetzingen ein schwerer Brocken. TSVOttobeuren: Gondro, Königsperger, Polyfka (2); Schneider (4), Berkessel (3), More (5/3), G. Tschugg (1), Müller-Loenies (3), Lang (5/4), Pearce (1), Wittlinger (2), Kotschmar (4).

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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