Kleinwalsertal
Statt Verboten setzt der Alpenverein auf Einsicht

Skitourengehen liegt voll im Trend. Nach einer Schätzung des Deutschen Alpenvereins gibt es in Deutschland rund 300 Mit dem Andrang auf die winterlichen Berge hat auch der Druck auf die Natur zugenommen.

Deshalb hatte der Deutsche Alpenverein (DAV) Mitte der 90er Jahre das Projekt «Skibergsteigen umweltfreundlich» aus der Taufe gehoben - mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Derzeit untersuchen Experten die gängigen Skitouren im Raum Oberallgäu/Kleinwalsertal. «Es geht um die Kernfrage, wo es kritische Berührungspunkte zwischen Mensch und Natur gibt», erläutert Manfred Scheuermann, beim Alpenverein für das Projekt verantwortlich. Vor allem geht es um den Schutz von Wildtieren - beispielsweise Rauhfußhühnern. Die können durch Wintersportler aufgeschreckt werden, was zu einem natürlichen Fluchtverhalten der Vögel führt. Dabei verbrauchen sie im Winter sehr viel Energie und werden dadurch geschwächt. Ruhezonen sollen dazu beitragen, den Tieren ihre Lebensräume zu erhalten.

Die jeweiligen Gebietsempfehlungen werden mit Vertretern der Landratsämter, der Forstbetriebe, des Skiverbands, der Jagdverbände und Naturschutzorganisationen vor Ort erarbeitet. In den neuen Alpenvereinskarten sind die Routenempfehlungen dann eingezeichnet. Vor Ort weisen teilweise grüne Tafeln den Weg oder Hinweisschilder informieren Tourenfahrer und Schneeschuhgeher. Das Oberallgäu wird jetzt als letztes Gebiet in den bayerischen Alpen bearbeitet.

Prominente Fürsprecher

Gestern kam der Südtiroler Extrembergsteiger Hans Kammerlander auf die Schwarzwasserhütte und informierte sich über das Projekt.

«Regelungen auf freiwilliger Basis sind viel besser als Verbote», meint Kammerlander, der seit vielen Jahren für umweltgerechtes Skibergsteigen die Werbetrommel rührt. Auch Peter Schlickenrieder, ehemaliger Spitzenlangläufer und Olympia-Silbermedaillengewinner, macht sich inzwischen für das Projekt stark. Nach Angaben von Manfred Scheuermann halten sich die weitaus meisten Schneesportler an die Empfehlungen zum Schutz von Tieren und Pflanzen. So liege beispielsweise die Akzeptanz im Bereich Schwarzwasserhütte Hehlekopf bei rund 98 Prozent. «Der Hehlekopf ist ein Beispiel dafür, dass unser Projekt erfolgreich ist,» ist Scheuermann überzeugt.

Hier hätten die Alpenvereins-Sektion Schwaben, der Österreichische und Deutsche Alpenverein sowie die Pächterfamilie der Schwarzwasserhütte vorbildlich zusammengearbeitet.

Peter Schlickenrieder beendete gestern an der Schwarzwasserhütte seine spektakuläre Alpenüberquerung per Ski. Die Tour hatte er unter das Motto «Skibergsteigen umweltfreundlich» gestellt. Kammerlander war einer der ersten, die ihm gratulierten. (ausführlicher Bericht folgt morgen auf der Seite Allgäu-Sport)

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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