Rettenberg
Snowboarder stürzt bei Nebel in den Tod

Es war ein tragischer Unfall, der auch erfahrenen Bergrettern unter die Haut ging: Ein 17-jähriger Snowboarder ist am späten Sonntagnachmittag bei dichtem Nebel am Grünten (Oberallgäu) von der Piste abgekommen und tödlich verunglückt.

Wegen der schlechten Sicht verlor der Jugendliche aus dem Landkreis Neu-Ulm bei seiner Abfahrt vom Grüntengipfel (1738 Meter) die Piste aus den Augen und verirrte sich in dem unwegsamen Gelände in der Nähe des Gigelsteins. Auf der Suche nach dem Weg zurück auf die Piste stürzte der 17-Jährige etwa 60 Meter einen steilen Abhang hinunter und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

«Bei schlechter Sicht von der Piste abkommen - das hätte jedem passieren können», sagt Bernd Zehetleitner, Bereitschaftsleiter bei der Bergwacht Sonthofen. Mit rund 40 Bergrettern machte sich Zehetleitner am späten Nachmittag auf die Suche nach dem Snowboardfahrer. Gemeinsam mit einem anderen Jugendlichen war dieser vom Gipfel abgefahren. «Doch statt sich wie der andere nach links zu halten, ist der 17-Jährige geradeaus in eine Art Wanne gefahren.»

Um 16 Uhr geht Notruf ein

Um kurz nach 16 Uhr ging bei der Bergwacht Kempten der Notruf ein. Der andere Jugendliche war unten angekommen und der Bus, mit dem die beiden angereist waren, stand zur Abfahrt bereit. Doch von dem 17-Jährigen fehlte jede Spur. «Nachdem wir bei Hüttenwirt und Liftbetreiber nachgefragt haben, ob sie den Jungen gesehen haben, sind wir selbst hochgefahren», sagt Zehetleitner. Auf Tourenski und mit Stirnlampen machten sich die Retter bei anbrechender Dunkelheit auf die Suche nach dem Jugendlichen.

Spuren eines Snowboards und später Fußspuren führten sie schließlich von der Piste weg, hinein in unwegsames und felsiges Gelände. «An den Spuren haben wir gesehen, dass der Jugendliche das Snowboard abgeschnallt hat und zu Fuß weiter gegangen ist.

» Sie folgten den Spuren, bis sie vor einem steilen Abhang endeten. Dort seilten sich dann ein paar Helfer in die Rinne ab.

Auch für Retter selbst gefährlich

Auch für die Bergretter selbst war der Einsatz am Grünten nicht ungefährlich. «Oft ist es ein schmaler Grat - aber wenn es um ein Menschenleben geht, wird oft mehr riskiert», sagt Zehetleitner. Insgesamt waren rund 40 Einsatzkräfte an diesem Abend am Grünten unterwegs. Zuerst machte sich die Bergwacht Sonthofen auf die Suche nach dem 17-Jährigen. Doch Kälte und die zunehmende Dunkelheit machten den Einsatzkräften zu schaffen. So alarmierten sie ihre Kollegen aus Immenstadt sowie die Bergwacht Hundestaffel und die alpine Einsatzgruppe der Polizei.

Unten in der Rinne angekommen, konnten die Bergretter nur noch den toten Snowboarder bergen. «Man hofft bis zu letzt», sagt Zehetleitner, «darum haben wir es ja auch groß aufgezogen, um keine Zeit zu verlieren.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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