Sulzberg
«Ohne Tiere geht gar nichts»

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Neugierig äugen die Pferde, vor dem Haus plätschert ein Brunnen, türmen sich orange leuchtende Kürbisse. In der geräumigen Wohntenne springt eine Katze von der warmen Ofenbank. Die zierliche Gastgeberin serviert Kaffee und Kuchen. Susanne Wiegleb (43), Buchhändlerin, Autorin und ausgebildete Tiertherapeutin, lebt seit gut einem Jahr auf einem Bauernhof in Kenels, einem Weiler bei Sulzberg (Oberallgäu). Mit Lebensgefährte Ralf, drei Pferden, Hund «Finn» und sechs Katzen. «Ohne Tiere geht in meinem Leben gar nichts», sagt sie. Auch in ihrem dritten Buch, einem «Allgäu-Roman» mit dem Titel «Glück hat viele Gesichter», spielen Tiere eine gewichtige Rolle.

Hauptfiguren sind die Münchner Physiotherapeutin Marie, die sich nach einer Liebesenttäuschung nach Sonthofen zurückgezogen hat, und Tom, der verschlossene Schmied «von hier». Und natürlich Welpe Caspar, Kater Melchior und Esel Balthasar. Im Fortsetzungsband von «Liebe geht auf leisen Pfoten» geht Wiegleb der Frage nach, was die Beziehung von Marie und Tom im Alltag taugt. Mitunter recht dramatisch entwickelt sich die gut lesbare und unterhaltsame Erzählung, die mit einigen Irrungen und Wirrungen aufwartet.

Angst vor dem Lektor

«Eigentlich wollte ich nie, dass andere Leute meine Sachen lesen», sagt Susanne Wiegleb. Sie habe nicht die «fünfmillionste Liebesgeschichte» verfassen wollen, die dann von einem «Lektor zerpflückt» wird. Aber dann fasste sie sich ein Herz und brachte ihr erstes Buch «Paul und der Geist von Gunzesried» beim Franz Brack Verlag in Altusried (Oberallgäu) unter.

Von Marie und Tom begann sie zu erzählen, als sie selbst in einer Umbruchsituation steckte.

2001 war Wiegleb, die in Bremen als Buchhändlerin tätig war, zu ihrem «Allgäuer» Ralf nach Sonthofen gezogen. Kennen gelernt hatte sich das Paar über den Internet-Fanclub von «Mike Oldfield». Fünf Jahre später beschloss die Autorin, ihre Arbeit in einer Kemptener Buchhandlung zu reduzieren: «Ich wollte einfach nur schreiben.»

«Ich möchte endlich mal ich sein»

Gerade 40 geworden, war ihr klar: «Ich möchte endlich mal ich sein und den Kindheitstraum «Schriftstellerin verwirklichen». Mit der Figur «Marie» habe sie sich frei geschrieben. «Maries Gedankengänge sind meine.» Tom sei ein Entwurf.

Inzwischen ist ihr das Allgäu zur Heimat geworden. «Ich habe zum ersten Mal das Gefühl, dass ich zu Hause bin.» Das will was heißen. Denn Susanne Wiegleb hat ein geografisch bewegtes Leben hinter sich. Geboren in Paris verbrachte sie ihre «narrenfreie» Kindheit in Nordafrika, überlebte den Kulturschock nach dem Umzug ins Rheinland nur dank des Shetlandponys «Sascha», das ihr bei der Integration gehörig geholfen habe. Von Bremen aus ging es einige Zeit später mit ihrem treuen Hund «Finn» (14) in den Süden der Republik.

Wird es eine Fortsetzung von Marie und Tom geben? «Vielleicht», sagt Wiegleb. Seit 2006 sei sie mit ihren Romanfiguren «zusammen», und sie habe sie «ein bisschen satt». Derzeit arbeitet sie an einem «Beinahe-Krimi»: Es gebe einen Toten, eine alte Sage. «Aber es ist eher eine Liebesgeschichte.

» Ansonsten schreibe sie immer irgendwas, das Notizbuch sei ihr ständiger Begleiter, falls sie mal wieder einen «coolen Allgäuer Spruch» hört. Ihr Traum: einen historischen Roman schreiben. «Aber da», seufzt sie, «ist die Recherche sehr aufwendig».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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