Vorwurf
Minister Dr. Gerd Müller weist Plagiatsvorwurf zurück

Mehrere Internetportale berichten seit Dienstagvormittag über Plagiatsvorwürfe gegen Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller. Der Allgäuer CSU-Politiker habe 1987 bei seiner an der Universität Regensburg eingereichten Doktorarbeit 'weite Strecken abgeschrieben'.

Nach Recherchen der Allgäuer Zeitung lässt sich dieser Vorwurf aufgrund der vorliegenden Quellen allerdings noch nicht belegen. Ursprung der Anschuldigung gegen Gerd Müller ist die Internetplattform 'Presseerklärung auf die angebliche Tendenz hingewiesen, Mängel in wissenschaftlichen Arbeiten als 'handwerkliche Fehler' darzustellen.

Als Beleg dafür werden Bundestagspräsident Norbert Lammert und Außenminister Frank-Walter Steinmeier genannt. Außerdem enthält die Presseerklärung eine Passage aus der Doktorarbeit von Gerd Müller zum Thema 'Die Junge Union Bayern und ihr Beitrag zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung'. Martin Heidingsfelder, der Autor der Presseerklärung, wirft Müller vor, diese Passage aus einem neun Jahre zuvor veröffentlichten wissenschaftlichen Text übernommen und das nicht ausreichend gekennzeichnet zu haben.

Allerdings verweist Müller in einer Fußnote sowohl auf diese Quelle, als auch auf deren eigentlichen Ursprung – jedoch hat er die Passage, eine längere Aufzählung, nicht in Anführungszeichen gesetzt. Weitere Belege für den Vorwurf des Plagiats nennt der Autor von politplag.de, Martin Heidingsfelder, nicht.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen Zeitung sagte Heidingsfelder, er erhebe nicht den Vorwurf, Müller habe gezielt abgeschrieben und getäuscht. Er fordert allerdings, 'dass die Uni Regensburg aktiv werden muss".

Update 15 Uhr:

Eine Sprecherin des Ministers sagte auf Anfrage, die Vorwürfe seien nicht nachvollziehbar. Bei der fraglichen Textpassage sei 'die Quellenangabe eindeutig vermerkt'. In der Stellungnahme des Ministeriums heißt es zudem: 'Minister Müller begrüßt, dass sich der Ombudsmann der Universität Regensburg der Vorwürfe im Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit annehmen wird.' Dies werde für Klarheit sorgen.

Mehr über das Thema erfahren Sie in der Mittwochs-Ausgabe der Allgäuer Zeitung auf Seite 4.

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