Kempten / Oberallgäu
«Laubbäume sind keine Mangelware»

Kritisiert haben Jäger die Aussage, die Verbissbelastung in den Wäldern des Oberallgäus liege bei 20 bis 30 Prozent. Diese Zahlen hatte Dr. Ulrich Sauter, zuständig für den Forst beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kempten kürzlich bezogen auf die Mischbaumarten bekannt gegeben (wir berichteten). Dafür erntete er jetzt Kritik von Jürgen Wälder, Geschäftsführer der Hochwild-Hegegemeinschaft Sonthofen, und Manfred Werne, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes Kempten.

«Im Bereich der Hochwild-Hegegemeinschaft liegt die Verbissbelastung bei 18 Prozent», sagte Wälder gegenüber unserer Zeitung. Edellaubbäume sind mit 31 Prozent im Bereich Sonthofen am häufigsten Opfer von Wildverbiss, gefolgt von Buchen (17 Prozent), Tannen (15) und Fichten (5). «Leider schlägt der Hegering Grünten mit 28 Prozent nach oben aus», sagt Wälder. Dafür aber hätten andere deutlich weniger und deshalb müsse man die Zahlen differenziert darstellen.

Im nördlichen Kreis und der Stadt Kempten liegt die Verbissbelastung über alle Baumarten und Hegegemeinschaften hinweg gesehen laut Werne bei durchschnittlich 15 Prozent. Dass dabei die Werte von Baumart zu Baumart und auch unter den einzelnen Hegegemeinschaften schwanken, räumt der Jagdverbandsvorsitzende ein. Insgesamt aber lieferte das Forstliche Gutachten 2009 für ihn ein «Spitzenergebniss.

Bis auf zwei haben sich alle unsere Hegeringe seit 2006 verbessert, auch wenn wir noch nicht an die guten Ergebnisse der 90er Jahre anschließen konnten».

Den Mangel an Laubbäumen, den Sauter ansprach, gibt es für Wälder ebenfalls nicht. «Wir hatten 1988 32,8 Prozent Laubbäume, heute haben wir 65», sagt er. «Das ist keine Mangelware.» Dagegen sei der Fichtenbestand von 70 Prozent 1988 auf 30 in diesem Jahr gesunken. Damit komme man den vielfachen Forderungen nach einem Mischwald nach, denn selbst in einem solchen sollen Fichten erhalten bleiben. Einzig mit dem Bestand an Tannen ist Wälder nicht zufrieden. Der liegt bei fünf Prozent und «das ist klar zu wenig», räumt er ein.

Insgesamt aber befinde man sich auf dem richtigen Weg - auch was den Abschuss angeht. «Unser Hauptverbeißer ist das Rehwild», sagt Wälder. Und davon werden freiwillig circa 15 Prozent mehr geschossen, als es der jetzt auslaufende, dreijährige Abschussplan vorsieht. Zudem werde die Waldgams stark bejagt und die Verringerung punktuell überhöhter Rotwildbestände, sei ebenfalls in Arbeit. «Wir sind uns der Bedeutung der Wälder im südlichen Oberallgäu als Schutzwald bewusst», betont Wälder.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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