Drogen-Affäre
Kokainfund bei Kemptener Drogenfahnder: Zusammenhang mit dem Rauswurf zweier Mafiajäger?

Zwei Neu-Ulmer Fahnder ermittelten in der Kemptener Drogenszene und wurden 'kaltgestellt'. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Kokainfund beim Chef-Drogenfahnder der Kemptener Polizei?

Der Fund von 1,6 Kilo Kokain beim Leiter der Kemptener Drogenfahndung schlägt Wellen bis an die Donau. Jetzt fordert der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg (CSU) Auskunft darüber, ob beim Rauswurf zweier Beamter der Neu-Ulmer Kriminalpolizeiinspektion für zentrale Aufgaben (KPIZ) alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

'Mit Besorgnis' habe er zur Kenntnis genommen, dass es einen möglichen Zusammenhang zum brisanten Kokainfall in Kempten gibt, sagt Noerenberg. Er gehe davon aus, dass eventuelle Querverbindungen des Kemptener Falles geprüft unad 'lückenlos aufgeklärt' werden. Aus dem Umfeld des Innenministeriums heißt es, dass auch dieser Aspekt nun vom Landeskriminalamt geprüft werde.

Vor einem knappen Jahr wurden der Chef der Neu-Ulmer Kriminalpolizeiinspektion für zentrale Aufgaben (KPIZ) und einer seiner Ermittler vom Präsidium in Kempten von ihren Aufgaben entbunden. Die KPIZ ist für die Verfolgung der organisierten Kriminalität im ganzen Allgäu sowie den Landkkreisen Neu-Ulm und Günzburg zuständig.

Ihre Beamten werden – salopp und vereinfachend – oft 'Mafiajäger' genannt, obwohl zu ihrer 'Kundschaft' auch etwa Rockerbanden oder Islamisten gehören. Über die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der KPIZ könne er nur Gutes berichten, sagt der Oberbürgermeister – gerade im Kampf gegen die berüchtigte Islamistenszene der Stadt habe es eine enge Kooperation gegeben.

Verbotene Liebe: Der Ermittler und die schöne Ex-Gangsterbraut

Dass zwei der Mafiajäger vom Kemptener Präsidium kaltgestellt worden waren, hatte in Sicherheitskreisen große Unruhe ausgelöst. Der Grund für den Rauswurf war eine pikante Liebesaffäre des jungen Polizisten, über die der Chef dann gleich mit stolperte – wohl weil er das Verhältnis nicht an das Polizeipräsidium in Kempten gemeldet hatte.

Der junge KPIZ-Mann, der erfolgreich in der Kemptener Drogenszene ermittelte, hatte sich in eine ehemalige Gangsterbraut verliebt und soll dieser Dienstgeheimnisse verraten haben. Beweise dafür fanden sich allerdings nicht. Der Staatsanwalt stellte die Ermittlungen nach wenigen Monaten ein. Doch das interne Disziplinarverfahren läuft weiter.

Die beiden wurden 'aufs Abstellgleis bugsiert', glauben manche in Neu-Ulmer Sicherheitskreisen. Und über den Grund sind spätestens nach dem Kokainfund beim obersten Allgäuer Drogenfahnder die Spekulationen neu aufgeflammt. Störten die Neu-Ulmer Ermittler die Kreise des mutmaßlich verbrecherischen Kollegen in Kempten? Lancierte dieser die Kunde von der vielleicht verbotenen Liebe des Polizisten an entsprechender Stelle? Und hat der jetzt in Untersuchungshaft sitzende Top-Polizist sogar Informationen über bevorstehende Razzien an kriminelle Kreise geliefert? Antworten auf diese Fragen gibt es von offizieller Seite keine.

Was den Rauswurf der beiden KPIZ-Beamten betrifft, drängt Oberbürgermeister Noerenberg auf einen schnellen Abschluss auch des Disziplinarverfahrens: 'Wenn die Staatsanwaltschaft schon vor Monaten die Ermittlungen abgeschlossen hat, müsste es möglich sein, die Sache so aufzuklären, dass nichts mehr an Spekulationen hängen bleibt.'

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