Kokainaffäre
Kokainfund bei Kemptener Drogenfahnder - Haftprüfungstermin erst in drei Monaten

Der frühere Chef der Kemptener Drogenfahndung sitzt weiter in Untersuchungshaft an einem geheim gehaltenen Ort. Bei dem 52-Jährigen waren vor drei Monaten in einem Schrank an seinem Arbeitsplatz 1,6 Kilo Kokain gefunden worden.

Erst nach einem halben Jahr - also erst in gut drei Monaten - finde laut Gesetz ein so genannter Haftprüfungstermin statt, sagte Thomas Steinkraus-Koch von der Staatsanwaltschaft München I auf Anfrage. Dann wird routinemäßig überprüft, ob die Gründe für eine Inhaftierung weiter bestehen. Ansonsten macht er keine Angaben: 'Es gibt keine neuen Erkenntnisse, die bekannt gegeben werden.'

Bei der Kemptener Polizei ist der Fall, der bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte, offenbar kein großes Thema mehr. Beamte würden nur noch selten in ihrem privaten Umfeld auf den Fall angesprochen, berichtete Polizeisprecher Christian Owsinski vom Präsidium Schwaben Süd/West. Unmittelbar nach Bekanntwerden des unglaublichen Vorfalls war bei der Allgäuer Polizei von einem erheblichen Imageverlust die Rede.

Gegenüber den Ermittlern soll der beschuldigte Polizeibeamte angegeben haben, seit Längerem selbst Drogen zu konsumieren. Das Rauschgift hatte er angeblich für Schulungszwecke in seinem Dienstschrank - eine Version, die allerdings in Polizeikreisen für Kopfschütteln sorgte. Niemals habe ein Beamter für Schulungszwecke derart große Mengen vorrätig.

Nach einem Ehekrach war es im Haus des Drogenfahnders in einer Kemptener Umlandgemeinde in der Nacht zum 15. Februar dieses Jahres zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Der Mann hatte seiner Frau schwere Verletzungen im Rückenbereich zugefügt und war dann mit einem Pkw geflüchtet - angeblich im Alkohol- und Drogenrausch. Die Polizei stellte ihn wenig später und nahm ihn fest.

Bei der Durchsuchung eines Schranks am Arbeitsplatz des Mannes wurde das Rauschgift gefunden. Noch in der Nacht hatte das Landeskriminalamt in München die weiteren Ermittlungen übernommen. Weiter ungeklärt ist die Frage, wo das Rauschgift herkommt. Vermutungen aus Polizeikreisen, der in Untersuchungshaft sitzende Beamte habe schon früher mit Rauschgift gehandelt, wurden von der Staatsanwaltschaft weder bestätigt noch dementiert.

Der Anwalt des früheren Drogenfahnders, der Kaufbeurer Rechtsanwalt Wilhelm Seitz, sagte auf Anfrage: 'Wir müssen zunächst die Ermittlungen abwarten.'

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