Allgäu
Junge Menschen sorgen selten für das Alter vor

Die Menschen werden immer älter. Das Statistische Bundesamt hat errechnet, dass 2060 jeder dritte Bürger 65 Jahre und älter sein wird. Deutschland wird zur Republik der Rentner. Ob die gesetzliche Rente dann noch ausreicht, um sorgenfrei zu leben? Eine Frage, die junge Leute schon heute dazu bewegen sollte, sich zu überlegen, wie sie für die Zukunft vorsorgen können.

Kugel Eis für 1,55 Euro

«Viele junge Kunden machen sich noch keine Gedanken über das Thema Rente und sehen häufig nicht den Sinn, fürs Alter vorzusorgen», weiß Angelo Picierro, Vertriebsleiter Privatkunden bei der Kreis- und Stadtsparkasse Kaufbeuren. Es sei sehr viel Aufklärungsarbeit nötig. Picierro nutzt daher konkrete Rechenbeispiele, um der Jugend die Problematik transparent zu machen: «Bei einer unterstellten Inflationsrate von zwei Prozent wird die Kugel Eis, die heute 70 Cent kostet, in 40 Jahren 1,55 Euro kosten. Da würde die Pension auch bei einer konstanten Rentenentwicklung nicht mehr ausreichen», sagt er.

Das A und O der privaten Altersvorsorge ist laut Karl-Heinz Sroka, Marketingleiter der Volks- und Raiffeisenbank Memmingen, so früh wie möglich damit anzufangen. «Je früher ein junger Mensch in die Altersvorsorge einsteigt, desto eher erreicht er seine Ziele, vor allem weil es großzügige Sonderzulagen für junge Leute gibt», so Sroka.

Am häufigsten beginnen die Kunden laut Sroka ihre Altersvorsorge mit staatlich geförderten Angeboten, die mit 25 bis 50 Prozent subventioniert werden. Auch Matthias Keller, Leiter der Privatkundenabteilung der Deutschen Bank in Kempten, bestätigt, dass das Riester-Modell sehr häufig in Anspruch genommen wird: «Die Förderquote liegt mit Steuerersparnissen zum Teil bei über 50 Prozent. Außerdem ist das Geld auch im Falle einer Arbeitslosigkeit sicher».

Als Faustregel gelte inzwischen, dass aufgrund des demografischen Wandels der eigene Beitrag mindestens zehn bis zwanzig Prozent des aktuellen Einkommens betragen sollte. Neben den Vorsorgeverträgen stehen laut Keller auch Immobilien als weiterer Baustein im Nachfragemittelpunkt, «gerade in Zeiten der Krise.»

Eigene Familie bringt Umdenken

Obwohl sich junge Leute oft zu wenig mit dem Thema Altersvorsorge beschäftigen, stellt Picierro häufig fest, wie sich das mit einem Wandel der persönlichen Lebensumstände ändert: «Gründet ein Kunde eine Familie, beobachten wir, dass sich die Prioritäten oft plötzlich und stark verschieben».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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