Kempten / München
Jugendliche aus Zug geworfen: Betriebsleiter entschuldigt sich

«Wir können uns nur entschuldigen», sagt Jan Hielscher. «Ein solches Verhalten gehört nicht zu unserer Philosophie.» Der Kemptener Betriebsleiter des Allgäu Express (Alex) bedauert mit diesen Worten das Verhalten eines Schaffners. Dieser hatte sechs Jugendliche aus einem Alex-Zug geworfen. Die fünf Mädchen und ein Junge (zwei davon 15 Jahre alt, der Rest jünger) hatten sich in ein Abteil der ersten Klasse gesetzt, weil die zweite überfüllt war.

Gültige Fahrscheine

«Die Kinder hatten gültige Fahrscheine», betont der Vater eines der Mädchen. Sie seien sich nicht bewusst gewesen, etwas falsch zu machen und wollten mit dem Zugbegleiter reden. Er sei jedoch nicht diskussionsbereit gewesen. Stattdessen verwies er sie gegen 18.30 Uhr am Münchner Hauptbahnhof aus dem Zug Richtung Kempten. Die Sechs blieben alleine zurück und «der Hauptbahnhof ist nicht gerade Vatikanstadt. Da geht es schon hoch her», sagt der besorgte Vater. «Das ist für Kinder nicht ungefährlich.»

«Nicht nachvollziehbar»

«Die Entscheidung des Schaffners ist für uns nicht nachvollziehbar», gibt Hielscher dem Vater recht. Allerdings sieht er den Hauptbahnhof nicht als Sicherheitsproblem. «Er ist ja personell besetzt und auch die Polizei war an dem Abend wegen eines Fußballspiels verstärkt unterwegs.» Trotzdem bezeichnet Hielscher den geschilderten Vorfall «als eine unschöne Sache, die man hätte anders regeln müssen».

Der Schaffner hätte die Kinder auf ihren Fehler aufmerksam machen und sie in den richtigen Wagen verweisen sollen, so der Alex-Betriebsleiter. Denn in die erste Klasse dürfen ohne gültiges Ticket nur in Ausnahmefällen zum Beispiel Familien mit Kindern oder Hochschwangere. Ein Rauswurf jedoch sei nur gerechtfertigt, wenn sich jemand zum Beispiel permanent weigert, das Abteil zu wechseln.

«Nicht gleich entlassen»

Was dem Schaffner nun für sein Fehlverhalten droht, kann der Alex-Betriebsleiter nach seinen Worten noch nicht sagen. «Wir werden uns aber bei den Familien entschuldigen.» Geht es nach dem besorgten Vater, «muss er nicht gleich entlassen werden. Aber er sollte merken, dass er etwas falsch gemacht hat».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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